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Druck auf AKW-Betreiber: Atomsuppe wird verglast

Das deutsche Atomforum hält an Gorleben fest. Vattenfall verliert die politische Unterstützung für den Betrieb des AKW Krümmel. Die Atomsuppe aus Karlsruhe wird mit Glas transportfähig.

Hinter Glas

Karlsruhe. Die hoch radioaktive "Atomsuppe" in Karlsruhe kann nach jahrelangem Streit nun verglast und transportfähig gemacht werden. Das Landesumweltministerium als Atomaufsichtsbehörde stimmte dem Projekt zu. "Es steht nichts mehr im Wege, den Beginn der Verglasung einzuleiten", sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Die "Atomsuppe" war beim Betrieb der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe bis 1990 angefallen. Ursprünglich sollte sie schon seit 2004 in so genannte Kokillen verfüllt werden. Die Kosten betragen mehr als zwei Milliarden Euro. Rund 60000 Liter Plutonium-Brühe werden für den Transport ins Zwischenlager Greifswald in Glasschmelze umgewandelt. (dpa)

Alle gegen Vattenfall

Berlin. Der Stromkonzern Vattenfall kann für den Weiterbetrieb seines AKW Krümmel kaum noch auf politische Unterstützung hoffen. In einer Sondersitzung des Umweltausschusses des Bundestages äußerten alle Parteien scharfe Kritik an der mangelnden Sicherheitskultur des Betreibers.

Angesichts des jüngsten Störfalls in Krümmel stellten SPD, Grüne und Linke die Zuverlässigkeit von Vattenfall als AKW-Betreiber in Frage und forderten, Krümmel endgültig stillzulegen. Auch die Union erklärte, es sei "nicht akzeptabel", dass der Konzern Zusagen zur Sicherheit nicht umgesetzt habe und gegen eine Audio-Überwachung seiner Reaktor-Warte klage. Die Kieler Atomaufsicht lässt die Zuverlässigkeit Vattenfalls von einem Experten prüfen. Bei mangelnder Zuverlässigkeit droht der Entzug der Betriebserlaubnis . Das Ergebnis, das ein Aus für Krümmel bedeuten könnte, soll aber nicht vor der Bundestagswahl vorliegen. (vgo)

Lobby hält an Gorleben fest

Berlin. Das Deutsche Atomforum, dem vor allem Unternehmen der Energiewirtschaft angehören, hat die grundsätzliche Eignung des Gorlebener Salzstocks als Endlagerstandort für Atommüll bekräftigt. Die Atomlobby reagiert damit auf Berichte der Frankfurter Rundschau darüber, dass die Entscheidung für den Standort auf politischen Druck fiel.

Wenn Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und sein Amtsvorgänger Jürgen Trittin (Grüne) die Eignung des Salzstocks anzweifelten, widersprächen sie eigenen Feststellungen, sagte der Präsident des Atomforums, Walter Hohlefelder, unter Hinweis auf die "Kernenergie-Verständigung" von 2001. (ddp)

Datum:  27 | 8 | 2009
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