kalaydo.de Anzeigen

Übersicht: Eckdaten der Friedensgespräche

Die Knackpunkte bei den Nahost-Gesprächen sind die Grenzfrage, der Streit um Jerusalem, die Sicherheit, das Rückkehrrecht für Flüchtlinge und die Anerkennung Israels.

Grenzen

Wo hört im Falle einer Zwei-Staaten-Lösung Israel auf, wo fängt Palästina an? Laut internationalen Resolutionen ist die bis zum Sechs-Tage-Krieg von 1967 geltende Waffenstillstandsgrenze, auch Grüne Linie genannt, die Bezugsgröße. Westlich der Grünen Linie befindet sich israelisches Kernland, östlich das Westjordanland, in dem 300000 jüdische Siedler neben 2,5 Millionen Palästinensern leben.

Netanjahu hält seine Karten in der Grenzfrage bedeckt. Sein Vorgänger Ehud Olmert soll Abbas aber 93,5 Prozent der Westbank angeboten haben. Auf den 6,5 Prozent, die Israel behalten würde, befinden sich die Ballungsräume der Siedler, in denen 80 Prozent der Siedlerschaft wohnen. Die restlichen Siedler könnten als Anreiz zum Umzug Finanzhilfen bekommen oder müssten binnen mehrjähriger Fristen ihre Siedlungen räumen. Es gibt auch Vorschläge, ihnen ein Bleiberecht als Residenten in Palästina anzubieten.

Abbas besteht auf der 67er Grenze, wäre aber prinzipiell mit Korrekturen einverstanden. Das palästinensische Angebot lautet, auf Basis von Landtausch 1,9 Prozent der Westbank abzutreten. Damit würden 62 Prozent der jüdischen Siedler ans Kernland angeschlossen.

Sicherheit

Netanjahu will Palästina als demilitarisierten Staat, dessen Ostgrenze und Luftraum von Israel kontrolliert werden sollten.

Abbas will als Ausdruck staatlicher Souveränität limitierte Bewaffnung. Eine israelische Präsenz im Jordantal oder an Frühwarnstationen lehnt er ab.

Sicherheitsgarantien könnte eine für beide Seiten akzeptable internationale Schutztruppe leisten.

Jerusalem

Friedensmodelle wie die Genfer Initiative oder Bill Clintons Parameter gehen davon aus, dass Jerusalem beiden Staaten als Hauptstadt dienen soll. Was jüdisch ist, würde zu Israel gehören, arabische Stadtteile zu Palästina. Eine gemeinsame Dachorganisation soll ermöglichen, dass Jerusalem eine offene Stadt bleibt. Für die heiligen Stätten wie den Tempelberg, auf dem sich Felsendom und Al-Aksa-Moschee befinden und an den sich die jüdische Klagemauer anlehnt, müsste eine gesonderte Lösung gefunden wäre.

Netanjahu lehnt jeden Kompromiss in Jerusalem ab, das nach israelischem Gesetz als die „auf ewig vereinte jüdische Kapitale“ gilt.

Abbas ist bedingt bereit, die heiligen Stätten internationaler Souveränität zu unterstellen, wenn palästinensische Rechte in Jerusalem realisiert würden.

Flüchtlinge

Die Zahl der im israelischen Unabhängigkeitskrieg von 1948 geflohenen Palästinenser und ihrer Nachkommen weltweit wird auf über vier Millionen geschätzt. In der UN-Resolution 194 sind die Rechte der Flüchtlinge auf Rückkehr und/oder Kompensation festgehalten.

Israel ist strikt gegen Flüchtlingsrückkehr, da dies das Ende des jüdischen Staates bedeuten würde. Der Staat Palästina stünde Exil-Palästinensern jedoch offen so wie Israel den Juden in der Diaspora.

Die palästinensische Seite fordert grundsätzliche Anerkennung des Rückkehrrechts, würde sich aber bei der Realisierung auf eine relativ niedrige Quote beschränken.

Anerkennung

Netanjahu knüpft einen endgültigen Friedensvertrag an die palästinensische Anerkennung Israels als Heimstatt der Juden.

Abbas lehnt dies ab. Die PLO habe Israel bereits anerkannt. Wie das Land sich definiere, sei Sache der Israelis, zu denen ja auch eine arabische Minderheit gehöre.

Denkbar ist eine kreative Formel, um den Deutungsstreit beizulegen.

Datum:  31 | 8 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


Neuste Bildergalerien Politik
Pro-Tibet-Proteste in Washington
Sieben Lastwagen und 15 Autos sind in der Nacht auf der A 57 bei Dormagen ineinandergerast. Foto: Oliver Berg
Toter und 13 Verletzte bei Massenkarambolage auf A 57
Was verdienen die Deutschen? Bei ihrer Regierungschefin lässt sich das klar beantworten. Laut Bundesministergesetz stehen Angela Merkel derzeit monatlich 19.705,68 Euro zu. Hinzu kommen Dienstaufwandsentschädigungen und eine Amtswohnung.
Was die Deutschen verdienen
Menschen formen auf dem Neumarkt in Dresden aus lauter brennenden Kerzen eine Riesenkerze.
Friedliche Anti-Nazi-Demo in Dresden
Ein Zettel mit dem Aufruf "Naziaufmärsche stoppen" von Gegnern einer Neonazi-Demonstration liegt in Dresden auf der Straße
Dresden wehrt sich gegen Neonazis
Sicherheitsleute begutachten ein beschädigtes Auto vor der israelischen Botschaft in Neu Delhi.
Anschläge auf israelische Diplomaten
Kolumne

Unser Autor Stephan Hebel macht launische Bemerkungen über die doppelte Merkel, den griechischen Unmut über Spar-Kommissare - und, natürlich, den Sylt-Urlaub unseres Staatsoberhaupts.

Spezial
        

 Polizisten vor dem  durch eine Explosion zerstörten Haus in Zwickau,  in dem das rechtsradikale Trio zuletzt untergeschlüpft war.

13 Jahre lang überziehen Rechtsextreme der Zwickauer Zelle das Land mit Morden, Bombenanschlägen und Überfällen. Analysen und Hintergründe im Spezial zum Neonazi-Terror.

Interaktiv

Hier finden Sie alle Termine und aktuellen Ergebnisse der Vorwahlen der Republikaner, sowie Informationen zu den Präsidentschaftskandidaten.

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Fotostrecke
Fotostrecke
Politiker-Pannen 2011 (14 Bilder)
Spezial
Die Gegner von S 21 freuen sich über den Etappensieg.

Seit Februar 2010 laufen Bauarbeiten am Stuttgarter Bahnhof. Diskussion, Hintergründe, Fotostrecken und mehr im FR-Spezial.

Fotostrecke
Plaßmanns Welt (241 Bilder)

Anzeige

Spezial
Rechte Proteste gegen den Bau der Kölner Zentralmoschee (Archivbild).

Radikales Gedankengut erreicht unter dem Deckmantel von Islamkritik das bürgerliche Lager. Das Spezial zur Neuen Rechten.

In eigener Sache

FR-Online.de möchte Lesern unter vielen Texten zielführende Diskussionen ermöglichen. Die Redaktion prüft Beiträge in verschiedenen Verfahren.

Sonderthema
Protest in Libyen.

Tunesien, Ägypten, Libyen, Algerien, Jemen - das Volk wagt den Aufstand gegen die Autokraten. Einige sind gefallen, andere bekämpfen die Revolutionäre bis aufs Blut.

Videos
Fotostrecke
Zum Anbeißen: Der Zoo Hannover sorgt beim Füttern für die saisonal passende Deko. Das Erdmännchen hat offenbar seinen Spaß dran.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Anzeige

Spezial

Bespitzelung von Beschäftigten, Datenklau, Elena, Swift - Was passiert mit unseren Daten?

Anzeige

 
Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

Fotostrecke
Plaßmanns Klima (19 Bilder)
Meistgeklickt
Auch Bettina Wulff wirkt müder als sonst - hier besichtigt sie Leonardo da Vincis
Bundespräsident Wulff in Italien 
Wütend nach dem Eintracht-Spiel in Düsseldorf: Heribert Bruchhagen.
Eintracht-Boss hadert mit Schiedsrichter und Schauspieler 
Bayer Leverkusen Boss Holzhäuser 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Quiz
Der zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg holt seine Entlassungspapiere im Schloss Bellevue ab (03.03.2011).

Guttenberg hatte einen guten Grund. Aber weshalb sind Horst Köhler oder Richard Nixon abgetreten?

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!