Berlin. Auch eine deutsche Firma spielt im internationalen Söldnergeschäft kräftig mit. Das bisher weitgehend unbekannte Sicherheitsunternehmen Asgaard aus Telgte bestätigte einen Bericht der Tagesschau, demzufolge es 100 ehemalige Bundeswehrsoldaten nach Somalia entsenden wolle. Auftraggeber ist der von einigen Clanältesten 2003 zum somalischen Präsidenten ausgerufene Abdinur Ahmad Darman. Er lebt seit Jahren im Exil in den USA.
Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD, Rainer Arnold, hält den Vorgang für nicht akzeptabel. Er verlangte am Montag im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, "dass endlich eine Gesetzgebung geschaffen wird, die solche Dinge eindeutig einschränkt".
Asgaard-Geschäftsführer Thomas Kaltegärtner, ein ehemaliger Bundeswehrsoldat, sagte der FR, die von seiner Firma entsandten Kräfte wären für Sicherheitsbelange und das Training somalischer Kräfte zuständig. Sie würden nicht für Kampfeinsätze entsandt. Darman hatte dagegen erklärt, die deutschen Söldner können auch gegen Piraten, Islamisten oder Terroristen kämpfen. Die Truppe werde aber erst entsandt, wenn Darman von der Internationalen Gemeinschaft anerkannt werde. Dies stünde kurz bevor.
In Somalia herrscht seit 1991 praktisch ohne Unterbrechung ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den verschiedenen Clans, die verschiedene Regionen des Landes beherrschen. In den vergangenen Jahren wird dieser Krieg immer mehr zu einer blutigen Auseinandersetzung mit diversen islamistischen Gruppen.
Bundeswehrsoldaten waren im Rahmen der UN-Hilfsmission von 1993 bis 1994 in Somalia stationiert. Der UN-Einsatz endete abrupt, als 18 US-Soldaten nach dem Absturz ihres Hubschraubers in Mogadischu getötet und ihre Leichen von einer Menschenmenge geschändet worden waren.
Abdullahi Schirwa, seit Jahren Koordinator der Hilfsorganisationen in Somalia, bezweifelte im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau, dass Darman über irgendwelchen Rückhalt in Somalia verfügt: "Der lebt ja auch schon seit Jahren nicht mehr hier."
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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