Die Zahlen die Anfang der Woche Brüssel nach Berlin schickte, müssen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hart getroffen haben: Trotz Elterngeld bleibt Deutschland europaweit das Land mit der niedrigsten Geburtenrate. Daran dürfte auch ihr neuster Vorschlag nichts ändern.
Nach der Wahl sollen Paare, die Teilzeit arbeiten, 28 Monate lang ein Teilelterngeld bekommen. Das normale Elterngeld gibt es 14 Monate lang.
Der Bielefelder Soziologe Martin Diewald ist sich indes sicher, dass es nicht am Geld hängt, sondern an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die skandinavischen Ländern hätten das viel früher erkannt. Dort steigen die Geburtenraten auch kontinuierlich, während laut den Zahlen der OECD dort deutlich mehr Frauen arbeiten. Im Norden gibt es laut Unicef auch ein deutlich besseres Betreuungsangebot.
Die Ursache dafür liegt für Diewald in einer anderen politischen Kultur: Die skandinavischen Sozialstaaten wollen den Einzelnen von seiner Familie ökonomisch unabhängig zu machen. Das entlaste auch die Beziehungen innerhalb der Familien. Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern sei so oft inniger. In Deutschland soll hingegen zunächst die Familie alles auffangen.
Für Maria Kathmann vom Bereich Gleichstellungspoltik des DGB ist die derzeitige Politik in sich nicht stimmig. Statt Eltern, die zu Hause bleiben, Betreuungsgeld zu geben, sei es sinnvoller, mit diesem Geld die Betreuung qualitativ zu verbessern. Dass sich Familien das wünschen, könnte von der Leyen wissen. Laut einer Studie ihres Ministeriums ist gut 60 Prozent der Eltern mehr Betreuung wichtiger als mehr Geld.
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.