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10. Juni 2008

Endlager Asse: Radioaktiv belastete Lauge

In das umstrittene Atommüll-Lager Asse in Niedersachsen läuft radioaktive Lauge. Die Ursache sei unklar. Aber es werde "niemand gefährdet".

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Hannover/Wolfenbüttel (dpa) - In das umstrittene Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel in Niedersachsen läuft nach Angaben von Atomgegnern radioaktive Lauge. Der Betreiber habe erstmals zugegeben, dass in 750 Metern Tiefe, wo große Mengen Atommüll lagern, mit Cäsium-137 radioaktiv belastete Flüssigkeit nachgewiesen worden sei, hieß es am Dienstag in Hannover. Die Konzentration sei gering, die Ursache unklar.

Da Cäsium-137 in der Natur nicht vorkomme, sei der Stoff "zweifelsfrei der technischen Kernspaltung zuzuordnen", sagte Udo Dettmann vom Asse-II-Koordinationskreis. Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover sagte, es handele sich nur um eine geringfügige Belastung, die überdies seit Jahren bekannt sei. Heinz-Jörg Haury vom Helmholtz-Zentrum in München, das die Anlage betreibt, sagte: "Dadurch wird niemand gefährdet."

Die alten Salzstöcke dienen als Forschungsbergwerk für die Lagerung von Atommüll. Auf der 750-Meter-Sohle liegt ein großer Teil der insgesamt mehr als 125000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Die Stollen werden seit Jahren mit altem Salz verfüllt. Die verbleibenden Hohlräume sollen anschließend mit einer Spezialflüssigkeit geflutet werden, um Einstürze zu verhindern.

Nach Protesten von Atomkraftgegnern und Bürgerinitiativen sollen bis Mitte 2008 mögliche Alternativen geprüft werden.

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