Zu viel Fett, zu viel Fleisch – der Speisezettel der Deutschen bleibt im Großen und Ganzen unverändert. Der zwölfte Ernährungsbericht, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) am Freitag in Berlin vorstellte, kann allerdings auch gute Nachrichten vermelden: Die Zahl der übergewichtigen Kinder in Deutschland ist rückläufig, zumindest unter den Kindern im Vorschulalter.
Für diese Altersklasse ermittelte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in den vergangenen vier Jahren einen Rückgang der Übergewichtigen um bis zu drei Prozent. Die krankhafte Form des Übergewichts - Adipositas – unter Kinder im Vorschulalter ging um 1,8 Prozent zurück. Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, wertete die Gewichtsabnahme als positives Zeichen und verbuchte sie als Erfolg einer intensiven Aufklärungsarbeit.
Eierpunsch
Süß und heiß und mit 325 Kalorien pro 100 Milliliter eine regelrechte Kalorienbombe ist der Eierpunsch. Das Heißgetränk besteht aus Eiern, Sahne, Milch, Zucker und Rum. Fazit: Besser vermeiden oder …
Die Erwachsenen scheint diese Aufklärung allerdings nicht zu erreichen. Hier stagniert der Anteil der Übergewichtigen auf einem hohen Niveau. 60 Prozent der deutschen Männer und 43 Prozent der Frauen bringen zu viel auf die Waage. Der Anteil der Übergewichtigen nimmt dabei mit steigendem Alter kontinuierlich zu. In der Altersgruppe der 70-74 sind rund 74 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen übergewichtig.
Die Gründe hierfür finden sich in den Daten der Nationalen Verzehrstudie II. Deutsche Männer essen im Durchschnitt ein Kilogramm Fleisch und Wurstwaren pro Woche. Deutlich mehr als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Sie gibt 600 Gramm pro Woche als verträgliche Obergrenze an. Die Frauen liegen im oberen Bereich dieser Empfehlung.
Eine erfreuliche Nachricht ist dagegen, dass in den Jahren zwischen 2000 und 2012 der Verbrauch an Fisch und Gemüse deutlich zugenommen hat. „Ein Trend zu bewussterer Ernährung“, so Ministerin Ilse Aigner. Die Agrarstatistik verzeichnet in diesem Zeitraum einen Mehrverbrauch an Gemüse von 1,1 Kilogramm pro Kopf und Jahr. 2011 verzehrte der Durchschnittsdeutsche 25 Kilogramm an Tomaten, Kohlgemüse, roten Rüben Gurken, Zwiebeln, Blatt- und Stängelgemüse und Hülsenfrüchten. Die Ernährungswissenschaftler sind erfreut.
1. Schreiben Sie alles auf
Als ersten Schritt empfehlen Ernährungswissenschaftler, ein Tagebuch zu führen. „Man muss alles aufschreiben, was man isst, um die aktuelle Situation zu erfassen“, lautet der Tipp von Ernährungsberaterin Anja Bath. Die Aufzeichnungen sollte im besten Fall ein Experte analysieren. Manchmal reicht schon eine einzige Sitzung bei der Ernährungsberatung, um eine Veränderung zu bewirken. Im Anschluss ist es wichtig, sich realistische Ziele zu setzen. Dann ist auch die Wahrscheinlichkeit, motiviert zu bleiben, deutlich höher.
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