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Politik
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31. Oktober 2010

Erster offizieller Besuch: Der Papst kommt nach Deutschland

 Von Joachim Frank
Demnächst in der Heimat.  Foto: afp

Papst Benedikt XVI. will im nächsten Jahr nach Deutschland kommen. Bs wäre der erste offizielle Besuch. Benedikt XVI. hat Zahl und Umfang seiner Auslandsreisen im Vergleich zum Pensum seines Vorgängers stark reduziert – auch mit Rücksicht auf sein Alter.

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Papst Benedikt XVI. will 2011 nach Deutschland kommen. Es wäre der erste offizielle Staatsbesuch des Kirchenoberhaupts in seiner Heimat. Seine beiden bisherigen Deutschland-Reisen – 2005 nach Köln zum Weltjugendtag und 2006 nach Bayern – hatte Papst Benedikt ausdrücklich als pastoral beziehungsweise privat deklariert.

Wie die Frankfurter Rundschau aus zuverlässiger Quelle in der Hauptstadt erfuhr, wurde der Besuch von Papst Benedikt im nächsten Jahr mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, besprochen, als dieser sich in der vorigen Woche in Rom aufhielt.

Dem Vernehmen nach sind ein genaues Datum von Benedikts Besuch sowie die einzelnen Stationen noch nicht endgültig zwischen Vatikan, Bundespräsidialamt und Bischofskonferenz abgestimmt. Sicher ist aber, dass Berlin im Falle einer Papst-Reise auf dem Besuchsprogramm steht. Als Geste der Höflichkeit gegenüber dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz dürfte Benedikt auch das Erzbistum Freiburg besuchen, dem Zollitsch vorsteht.

Eine Sprecherin der Bischofskonferenz wollte sich auf Anfrage nicht zu den Besuchsplänen äußern. Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, bestätigte der Rundschau lediglich, dass bereits der frühere Bundespräsident Horst Köhler den Papst nach Deutschland eingeladen hatte. Wie aus Berlin weiter verlautet, hat Köhlers Nachfolger Christian Wulff die Einladung inzwischen erneuert.

Nach Benedikts ersten beiden Deutschland-Aufenthalten wurde es auf politischer Seite durchaus kritisch gesehen, dass der Papst nur außerhalb des Protokolls mit Spitzenvertretern des Staates zusammengetroffen war. „Ein Staatsbesuch ist überfällig“, hieß es darum auch jetzt in Berlin. „Wenn der Papst als Oberhaupt des Vatikanstaats nach Frankreich, England, in die USA und nach Polen fahren kann, dann sollte er so auch nach Deutschland kommen können.“ Allerdings war auch von einer gewissen persönlichen Abneigung Benedikts gegen Berlin die Rede. Die wütenden Proteste gegen den Berlin-Besuch seines Vorgängers, Papst Johannes Pauls II., habe Benedikt in traumatischer Erinnerung. Der damalige Kurienkardinal Joseph Ratzinger begleitete den Papst seinerzeit auf dessen Besuch in Deutschland.

Benedikt hat Zahl und Umfang seiner Auslandsreisen im Vergleich zum Pensum seines Vorgängers stark reduziert – auch mit Rücksicht auf sein Alter. Der Papst wird im April 84 Jahre alt. Schon anlässlich seines Besuchs in Bayern, wo er als Joseph Ratzinger geboren wurde, aufwuchs und in verschiedenen kirchlichen Funktionen tätig war, war von einem letzten Wiedersehen und von Abschied die Rede gewesen.

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