Mit scharfen Worten hat der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, die Pläne der Regierung des EU-Mitgliedstaats Estland kritisiert, Angehörige der Waffen-SS per Gesetz zu „Freiheitskämpfern“ zu erklären: „Wenn das Gesetz so wie geplant beschlossen wird, würden die Gräueltaten von Hitlers Schergen in der Sowjetunion im Nachhinein gerechtfertigt“, sagte Beck der Tageszeitung „taz“ (Mittwochausgabe). „Das wäre zugleich ein Schlag ins Gesicht jener Mitglieder des antisowjetischen Widerstands, die keine gemeinsame Sache mit den Nazis machten“, sagte Beck.
Ähnlich äußerte sich die Grünen-Fraktionschefin im Europaparlament, Rebecca Harms: „Wir Europäer dürfen eine solche Geschichtsfälschung nicht tolerieren“, sagte sie der Zeitung. Der estnischen Regierung müsse man klarmachen, „dass die geplante Ehrung mit unseren gemeinsamen Werten unvereinbar ist“.
In Estland bestand die 20. estnische SS-Waffen-Devision aus Freiwilligen und für den Wehrdienst eingezogenen Esten, die an der Seite der Nazis gegen die sowjetische Rote Armee kämpften. (dapd/vf)
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