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25. Januar 2009

Exkommunikation: Papst begnadigt Holocaust-Leugner

 Von HANNES GAMILLSCHEG
 Foto: ap

Benedikt XVI. hat die Exkommunikation von vier reaktionären Bischöfen aufgehoben. Richard Williamson ist einer von ihnen. Er bestreitet den Völkermord an den Juden durch die Nazis. Von Hannes Gamillscheg

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Priesterbruderschaft Pius X.

Die Bewegung um Marcel Lefebvre ist im englischen Sprachraum unter der Abkürzung SSPX bekannt, in der lateinischen Fassung kürzt die Bruderschaft sich FSSPX ab.

Einen Sturm der Entrüstung hat die Entscheidung von Papst Benedikt XVI. ausgelöst, den Kirchenbann gegen vier Bischöfe der erzkonservativen "Priesterbruderschaft Pius X." aufzuheben. Gegen einen von diesen ermittelt die Staatsanwaltschaft Regensburg wegen Volksverhetzung.

Der Brite Richard Williamson sagte in einem vorige Woche in Schweden ausgestrahlten Interview: "Ich glaube nicht, dass sechs Millionen Juden vergast wurden. Ich glaube nicht, dass es Gaskammern gab." Er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden" in den Konzentrationslagern umgekommen seien, "aber keiner von ihnen in einer Gaskammer".

Papst Benedikt XVI. betritt das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz (Archivbild, 2006).
Papst Benedikt XVI. betritt das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz (Archivbild, 2006).
 Foto: ap

David Rosen, Präsident des Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiösen Dialog, sagte, die Rehabilitierung eines "klar antisemitischen" Bischofs "verseuche" die "gesamte Kirche".

Während des Interviews, das im Priesterseminar der Priesterbruderschaft in Zaitzhofen bei Regensburg geführt wurde, forderte der Bischof den Reporter auf, vorsichtig zu sein. "Wenn die deutschen Behörden dies hören, können sie mich ins Gefängnis stecken." Das im November geführte Gespräch wurde im Rahmen eines Rapports über Versuche der Rechtskatholiken, in Schweden Fuß zu fassen, gesendet. Daraufhin nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen auf.

Dennoch hob Benedikt XVI. in einem am Wochenende veröffentlichten Dekret die seit 20 Jahren bestehende Exkommunikation der Bischöfe der Priesterbruderschaft Pius X. auf.

Die Bewegung um den 1991 verstorbenen Marcel Lefebvre hatte sich aus Protest gegen die Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils von der katholischen Kirche abgespalten, ihre führenden Vertreter wurden von Papst Johannes Paul II. ausgeschlossen. Sie beharrt auf der lateinischen Messe und lehnt die katholische Soziallehre wie auch den interreligiösen Dialog ab. Auf Betreiben Kardinal Ratzingers bemühte sich schon Johannes Paul um eine Versöhnung. Als Ratzinger Papst wurde, verstärkte er diese Bemühungen.

Ein Vatikan-Sprecher räumte zwar ein, Williamsons Kommentare seien anfechtbar. Für die Aufhebung der Exkommunikation seien sie aber absolut irrelevant. Es gehe nur darum, die Priesterbruderschaft-Anhänger in die Kirche zu integrieren.

Die Basisbewegung "Wir sind Kirche" geißelte die Aufhebung der Exkommunikation insgesamt. Sie zeige "die rückwärtsgewandte Ausrichtung" des Pontifikats von Benedikt XVI.

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