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20. September 2012

Explosion: Tote und Verletzte nach Luftangriff in Syrien

In Syrien dauern die Kämpfe an. Foto: dapd

Bei einer Explosion in der nordsyrischen Provinz Raka sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 54 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

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Bei einer Explosion in der nordsyrischen Provinz Raka sind nach Angaben einer Nichtregierungsorganisation mindestens 54 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.

Die syrische Armee geht im Kampf gegen die Rebellen immer rabiater vor. Am Donnerstag wurden nach Oppositionsangaben bei einem einzigen Luftangriff auf eine Tankstelle im Norden des Landes mindestens 54 Menschen getötet und ebenso viele verletzt. In Damaskus nahmen Soldaten nach Angaben Aufständischer mehr als 100 Menschen bei einer Großrazzia in einem Bezirk fest, der als Hochburg der Rebellen gilt. Ein Aktivist sagte, Zugänge zu dem Stadtteil seien mit Panzern versperrt. Mehrere Menschen seien hingerichtet worden. Bewohner trauten sich nicht ins Freie.

Die Aufständischen verbreiteten ein Video, auf dem zu sehen war, wie schwarzer Rauch über einer völlig zerstörten Tankstelle aufstieg und Bewohner durch die Trümmer irrten. Die Aufnahme soll nach dem Angriff eines syrischen Kampfflugzeugs in der Provinz Al-Rakka entstanden sein. Der Vorfall ereignete sich einen Tag nachdem die Rebellen etwa 30 Kilometer entfernt die Einnahme eines Grenzübergangs zur Türkei vermeldet und damit ihre Position in dem Gebiet gestärkt hatten.

Es war nicht möglich, die Echtheit der Aufnahme zu bestätigen. Allerdings haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad mehrfach gezielt Tankstellen in ländlichen Gebieten ins Visier genommen, um die Rebellen von der Treibstoffversorgung abzuschneiden.

Assad versucht seit eineinhalb Jahren einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Seit einigen Wochen hat das Militär seine Offensive verschärft. Allein in der letzten August-Woche wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 1600 Menschen getötet. Insgesamt kamen nach Angaben der Opposition mehr als 27.000 Menschen in dem Konflikt ums Leben, der mit friedlichen Demonstrationen begann und sich zu einem Bürgerkrieg ausgewachsen hat. Mehr als eine Viertelmillion Syrer sind in die Nachbarländer geflohen, 100.000 waren es allein im August.

Auch die Hauptstadt Damaskus ist von dem Konflikt längst erfasst. In den vergangenen Tagen konzentrierten sich schwer bewaffnete Sicherheitskräfte auf den südlichen Bezirk Jarmuk, wo viele Aufständische leben sollen. „Wir verstecken uns zu Hause“, sagte ein Bewohner, der sich Abu Salam nannte, der Nachrichtenagentur Reuters. „Ich habe Angst, das Haus zu verlassen. Also sitze ich hier und warte, ob sie meine Straße erreichen, ob ich festgenommen oder erschossen werde.“

Unklar waren die Hintergründe eines Hubschrauberabsturzes in der Nähe von Damaskus. Eine Passagiermaschine entging nach Angaben der Regierung nur knapp einer Katastrophe, als der Hubschrauber sie am Heck streifte. Das Flugzeug habe sicher landen können, alle 200 Passagiere seien wohlauf.
Auch in der seit Monaten umkämpften einstigen Wirtschaftsmetropole Aleppo gingen die Soldaten nach Angaben staatlicher Medien gegen die Rebellen vor. Am Donnerstag wurden dort demnach „100 afghanische Terroristen“ getötet. Die Rebellen wiesen dies als Propaganda zurück. Assad hat wiederholt erklärt, der Aufstand werde vom Ausland aus unterstützt.

Umgekehrt häufen sich Vorwürfe aus dem Westen und seitens der Rebellen, wonach insbesondere der mächtige Assad-Verbündete Iran eine immer größere Rolle in dem Konflikt spielt. Dies schürt Ängste, der Konflikt könne die gesamte Region erfassen. Für besondere Aufregung sorgte ein Geheimdienstbericht eines westlichen Landes, wonach der Iran in großem Umfang mit Waffen und Soldaten der syrischen Führung beisteht. Nach dem Bericht, der Reuters vorliegt, finden die Transporte auf dem Luftweg in zivilen Flugzeugen über den Irak statt. Fast täglich würden Dutzende Tonnen Waffen und zahlreiche Angehörige der Revolutionsgarden nach Syrien geflogen, heißt es. Bewaffnet würden Regierungstruppen und regimetreue Milizen. Auch auf dem Landweg über den Irak brächten Lastwagen große Mengen Waffen und Munition nach Syrien.

Der Bericht enthüllt ein bislang nicht vermutetes Ausmaß an Lieferungen nach Syrien aus dem Iran mit Duldung oder Mithilfe des Irak. Der Irak wies die Anschuldigungen zurück. (rtr)

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