Unter dem Titel „Wir wollen Guttenberg zurück“ starteten Fans eine Facebook-Seite, die innerhalb von 24 Stunden rund 400.000 Unterstützer fand. Schon bald, hofften die Sympathisanten am Mittwochabend, werde die Million erreicht.
Gegen-Gruppen wie „Wir wollen Guttenberg nicht zurück“, „Gegen Guttenberg. Für Ehrlichkeit“ oder auch „Wir wollen Otto von Bismarck zurück“ kamen auf zusammen nur einige Tausend Fans, Mehrfachmitgliedschaften inklusive. Aber auch Gebote auf ein Exemplar der Promotion auf Ebay hielten sich in Grenzen.
Für Samstag ruft die Guttenberg-Truppe aus der Facebook-Gruppe in 25 deutschen Städten, darunter Frankfurt, Berlin, München und Hamburg, zu Demonstrationen auf. T-Shirts und Buttons mit einem stilisierten Porträt des Ex-Ministers werden im Internet angeboten. Andere Anhänger des fränkischen Barons sammeln Unterschriften für einen „Rücktritt vom Rücktritt“.
Daraus wird wohl vorerst nichts. Guttenberg plant offenbar einen vollständigen Rückzug von der politischen Bühne. Dass er auch sein Bundestagsmandat niederlegt, bestätigte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) indirekt: Sie erklärte, Guttenberg habe sich gegen ihren Rat dazu entschieden.
Am Morgen hatte sich der Ex-Minister von den Kabinettskollegen der Union verabschiedet. Vor der Kabinettssitzung nahm er an am Frühstück der Minister teil. Er habe eine emotionale Rede gehalten, berichtet Spiegel Online. In die Sitzung schickte Guttenberg, der noch geschäftsführend im Amt ist, Staatssekretär Christian Schmidt. Dieser soll auch den Großen Zapfenstreich für Guttenberg organisieren, der für Ende kommender Woche geplant ist.
In Berlin und Hof gingen bislang rund 100 Strafanzeigen gegen Guttenberg ein. Meist seien sie wegen betrügerischer Inanspruchnahme des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages und Urheberrechtsverletzungen gestellt worden.
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