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Fall Mannichl: Weiterer Zeuge gefunden

Zwei Wochen nach dem vermutlich rechtsradikalen Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef treten die Ermittlungen auf der Stelle. Hoffnungen setzt die Polizei nun auf einen neuen Zeugen.

Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit wieder auf Mannichls Wohnort Fürstenzell.
Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit wieder auf Mannichls Wohnort Fürstenzell.
Foto: Foto: dpa

Passau/München. Zwei Wochen nach dem vermutlich rechtsradikalen Mordanschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl treten die Ermittlungen auf der Stelle. Hoffnungen setzt die Polizei nun auf einen Zeugen, der zur Tatzeit mit einem Kinderwagen in der Nähe von Mannichls Haus unterwegs war.

Der Mann, nach dem die Polizei tagelang gesucht hatte, sei aber noch nicht befragt worden, sagte Polizeisprecher Ludwig Stegerer am Sonntag. An Mannichls Wohnort Fürstenzell gab es am Samstag bis in den Abend hinein Hausbefragungen von Nachbarn. Bisher habe sich aber nichts Neues ergeben. Gut 20 Beamte setzten die Befragungen auch am Sonntag fort.

Am Samstag hatte das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, die Sonderkommission der Passauer Polizei zur Aufklärung des Verbrechens stehe vor der Auflösung. Unter Berufung auf Polizeikreise schreibt das Magazin, nun solle sich eine vom Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) geleitete neue Ermittlungsgruppe des Falles annehmen. Die LKA-Beamten sollten noch einmal "bei Null" beginnen und in wirklich alle Richtungen ermitteln. Das bayerisches Innenministerium, das Landeskriminalamt und die Polizei in Passau bestätigten diese Informationen jedoch nicht.

"Wir können das nicht bestätigen. Wir arbeiten ganz normal", sagte der Passauer Polizeisprecher Klaus Pickel zu dem "Focus"-Bericht. Ministeriumssprecher Oliver Platzer sagte: "Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass man bei solchen Fällen verschiedene Möglichkeiten prüft, wie man die Ermittlungen fortführt." Eine Entscheidung über die weitere Sachbearbeitung sei aber bisher nicht getroffen.

Mit Phantombildern sucht die Polizei weiter eine fünfköpfige Gruppe, die am Tag des Anschlags an Mannichls Wohnort in der Nähe eines rechten Szene-Treffpunkts gesehen wurde. Zwei Bilder zeigen eine Frau mit zerzausten Haaren sowie einen Mann mit einer schwarzen "Hahnenkamm-Frisur" und vier Ringen im rechten Ohr. Die Gesuchten sind aber namentlich nicht bekannt.

Mannichl hatte den Mann, der ihm am 13. Dezember vor der Haustür ein Messer in die Brust gerammt hatte, als auffällig tätowierten Neonazi beschrieben. Seitdem wurden insgesamt vier Menschen festgenommen, unter ihnen ein Paar aus München, das zur rechtsradikalen Szene gerechnet wird. Alle Festgenommenen mussten jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da sich ein Tatverdacht nicht erhärten ließ. Mannichl ist den Angaben zufolge auf dem Wege der Besserung. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. (dpa)

Datum:  28 | 12 | 2008
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