Elke Hoff bleibt dabei. Mit ihr habe "offiziell niemand gesprochen", lässt die 52 Jahre alte FDP-Bundestagsabgeordnete über Mitarbeiter ihres Berliner Büros ausrichten. Deshalb werde sie sich auch nicht äußern. Dumm nur, dass Hoff erst Mitte Januar in der Cafeteria des Reichstags gesichtet worden war - und zwar hinter einer Säule und im trauten Zwiegespräch mit ihrem Vorsitzenden, Vizekanzler Guido Westerwelle. Dabei soll nicht über ihre Zukunft gesprochen worden sein? Schwer vorstellbar. Hoff, so pfeifen es Spatzen seit Monaten von den Dächern, soll im Frühjahr Wehrbeauftragte des Bundestags werden. Es wäre mittlerweile eine faustdicke Überraschung, wenn es nicht dazu käme.
Im Zuge der Koalitionsverhandlungen wurde vereinbart, dass der FDP das Vorschlagsrecht für den Posten zufällt. "Da gibt es Absprachen", hieß es im Spätherbst. Unter dieser Voraussetzung ist Hoff längst die einzige, die ernsthaft für die Nachfolge des Sozialdemokraten Reinhold Robbe in Betracht kommt. Verteidigungsexpertin Nummer eins, Birgit Homburger, rückte zur Fraktionschefin auf. Verteidigungsexperte Nummer zwei, Rainer Stinner, ist jetzt außenpolitischer Sprecher der Fraktion. Ist bloß noch die Kauffrau aus Unkel am Rhein übrig.
Tatsächlich hat sich Hoff, die erst seit 2005 im Bundestag sitzt, innerhalb kurzer Zeit Respekt verschafft. In den neunziger Jahren noch als Beigeordnete im Landkreis Neuwied tätig, arbeitete sie sich in Berlin rasch in die verteidigungspolitische Materie und die parlamentarischen Gepflogenheiten ein.
Von sich reden machte die Frau eines mittelständischen Unternehmers und Mutter dreier erwachsener Kinder, als sie 2008 in den Irak reiste. Auch in Südafghanistan, Pakistan, Darfur und im Kongo ist Hoff gewesen. Schließlich setzte sie sich für eine bessere Versorgung traumatisierter Bundeswehr-Soldaten ein. Das ist ein Engagement, das dem Aufgabenprofil des Wehrbeauftragten recht nahe kommt. Denn der soll vor allem ein "Kümmerer" sein, kein Politiker. Ob die Pflicht zur Neutralität Hoffs Temperament entspricht, ist wiederum eine offene Frage. Ihr Auftreten im Verteidigungsausschuss wird gelegentlich als "schrill" beschrieben - und das, obwohl das Gremium nicht-öffentlich tagt. Als uneitel jedenfalls gilt Hoff nicht.
Auch SPD-Verteidigungsexperte Hans-Peter Bartels lobt jedoch die Personalidee: "Hoff ist vom Fach. Das ist keine Kandidatin, gegen die Sozialdemokraten Sturm laufen." Im Übrigen habe der Vorschlag Charme. Hoff wäre zehn Jahre nach Claire Marienfeld die zweite Frau in diesem Amt. Die Frauen in der Truppe würde es freuen.
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