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FDP-Parteivize Pinkwart: "Westerwelle muss Macht teilen"

Andreas Pinkwart versucht einen Spagat: Der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende verteidigt die Kritik seines Parteichefs Guido Westerwelle an der Hartz-IV-Debatte. Zugleich soll der Außenminister, bitteschön, Macht teilen. Denn die Umfragewerte der Liberalen sinken.

Berlin. In der FDP wird angesichts sinkender Umfragewerte der Ruf nach einer breiteren personellen Aufstellung der Führung laut. Parteivize Andreas Pinkwart forderte den Vorsitzenden Guido Westerwelle auf, die Verantwortung für die Partei zu teilen.

"Die Parteiführung ist stärker im Team gefordert. Die FDP muss mehr Gesichter in den Vordergrund stellen", sagte er dem "Hamburger Abendblatt". Er denke vor allem an die neuen Mitglieder der Bundesregierung, den neuen Generalsekretär und auch an einige Landespolitiker. "Dazu gehört, dass die Partei es aushält, wenn sich Persönlichkeiten aus der engeren Führung profilieren. Das darf nicht gleich als Angriff auf den Parteivorsitzenden gesehen werden", sagte Pinkwart.

Pinkwart empfahl den früheren FDP-Chef und Ex-Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher als Vorbild: "Hans-Dietrich Genscher ist es gelungen, die Verantwortung für die FDP mit starken Kollegen zu teilen", sagte Pinkwart der Zeitung weiter. "Genscher hat unter Beweis gestellt, dass man Außenamt und Parteivorsitz sehr lange und sehr erfolgreich miteinander verknüpfen kann." Für eine größere Rolle schlug Pinkwart konkret die Mitglieder der Bundesregierung, Generalsekretär Christian Lindner und "einige Landespolitiker" vor.

Pinkwart ist auch Landesvorsitzender der Freidemokraten in Nordrhein-Westfalen und Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 9. Mai. Zu den schlechten Umfragewerten für die Landes-FDP sagte er: "Wir leiden unter dem Einbruch der Bundespartei mit." Nach dem "sensationellen Erfolg" bei der Bundestagswahl sei eine gewisse "Abkühlung" zu erwarten gewesen. "Der deutliche Rückgang in den Umfragen zeigt allerdings, dass die Wähler sehr enttäuscht sind von der FDP. Wir müssen hart daran arbeiten, unsere Erfolgsstory fortzusetzen."

Pinkwart verteidigte Westerwelle allerdings gegen Kritik an seiner Warnung vor "spätrömischer Dekadenz" in Deutschland. Westerwelle bringe auf den Punkt, "was Millionen von Arbeitnehmern und Mittelständlern denken, die tagein, tagaus den Karren ziehen". (dpa/afp)

Datum:  13 | 2 | 2010
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