BERLIN. Die Frage roch nach Skandal. "Trifft es zu, dass Mitglieder der FDP-Fraktion Sonderkonditionen bei der DKV bekommen?", wollte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck in einer Zwischenfrage der Haushaltsdebatte von FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger wissen. Homburger wich einer Antwort aus, was den Verdacht nährte, hier könne ein eindringlicher Beleg für die Verbandelung der Liberalen mit der Privaten Krankenversicherung (PKV) vorliegen.
Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. "Es gibt keine Bevorzugung von Mitgliedern der Fraktion", sagte eine Sprecherin der Kölner DKV der Frankfurter Rundschau. Allerdings habe die FDP als Partei einen Gruppenvertrag mit der Assekuranz geschlossen, der allen Mitgliedern offen stehe. Laut FDP existiert der Vertrag seit 2003 und bringt eine Ersparnis von etwa fünf Prozent.
"Das ist ein normales Angebot", sagt die DKV-Sprecherin. Ähnliche Gruppenverträge gebe es auch für Apotheker, Journalisten oder Tanzlehrer. Beim PKV-Verband spricht man von einem "Marketinginstrument", das transparent sei. Auch ADAC oder SPD böten ihren Mitgliedern Vorteile bei diversen Geschäftspartnern, so die FDP.
Trotzdem lässt Beck nicht locker: "Es wäre ein eigenartiger Vorgang, wenn ein solcher Vertrag nur einer Partei und dann ausgerechnet der FDP angeboten würde", sagte er der FR. Sondertarife für andere Parteien seien ihr "nicht bekannt", erklärte die DKV-Sprecherin.
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