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Politik
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02. Februar 2012

Fehlpass: Steinbach bezeichnet NSDAP als linke Partei

 Von 
Die Bundestagsabgeordnete und Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach (CDU).  Foto: dapd

Dass unbedachte Äußerungen in virtuellen Plattformen sich schnell zu echter Entrüstung auswachsen, diese Erfahrung machen derzeit viele konservative Politiker. Erika Steinbach bezeichnete die NSDAP über Twitter nun als linke Partei.

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Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und CDU-Abgeordnete im Bundestag, sollte es eigentlich besser wissen. Erst kürzlich ging sie auf Facebook eine virtuelle Freundschaft mit einem NPD-Mitglied ein – die sie wohlgemerkt sogleich wieder beendete.

Thorsten Thomsen, Pressesprecher der rechtsextremen NPD im Sächsischen Landtag, wurde bereits nach kurzer Zeit wieder entfreundet. "Ich bin in solchen Dingen noch ein Greenhorn", sagte sie auf eine Anfrage von Spiegel Online. Es gibt also auch Dinge, die Frau Steinbach dann doch unangenehm sind.      

„Ich provoziere nicht gerne“

Zwar provoziert Erika Steinbach nach eigenen Angaben „gar nicht gerne“, ihre häufig am rechten Rand angesiedelten Äußerungen zeigen jedoch ein eher ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis. Steinbach fiel unter anderem durch die Äußerung auf, „dass die Polen bereits im März 1939, ein halbes Jahr vor Kriegsbeginn, mobilisiert hätten".

Wo sie gerade dabei war, unterstellte sie dem ehemalige polnischen Außenminister, Wladyslaw Bartoszewski, auch noch einen "schlechten Charakter" – weil dieser ihre Briefe nicht beantwortet hatte.  

„Nazis waren eine linke Partei“

Nun rauschte über Twitter folgende Nachricht in den Äther: "Die NAZIS waren eine linke Partei. Vergessen? NationalSOZIALISTISCHE deutsche ARBEITERPARTEI.....".  Dieser Brocken lässt sich bei aller Mühe nur schwer verdauen.  


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Man könnte natürlich wohlmeinend argumentieren: Steinbach ist sicherlich nicht die erste Userin, die einen flappsigen Tweet abgesetzt, den sie später bereut.

Die neue Masche der ertappten Konservativen läuft allerdings anders. „Interessant alle Linken sind aus ihren Löchern gekommen. Provokation hat sich gelohnt !!!!! Danke es war spannend. Bis irgendwann“, lautet ihr letzter launiger Tweet.

Das Trollen scheint bei den Konservativen (siehe Ansgar Heveling)  zur liebsten Freizeitbeschäftigung zu werden. Warum auch nicht? Wer Unsinn verbreitet hat, tut gut daran im Nachhinein zu behaupten, er oder sie habe provozieren wollen. Die ehrliche Aussage: „Das war dumm von mir“ kommt nur sehr wenigen über die Lippen.

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