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Politik
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13. März 2012

Frankreich: Gaddafi soll Sarkozys Wahlkampf gesponsert haben

 Von Jonas Nonnenmann
Sarkozy verstand sich einst blendend mit dem "Bruder Führer".  Foto: dpa

Der libysche Ex-Diktator Gaddafi habe den ersten Wahlkampf des französischen Präsidenten Sarkozy finanziert, schreibt das Enthüllungsmagazin Mediapart. Es geht um 50 Millionen Euro.

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Der libysche Ex-Diktator Gaddafi habe den ersten Wahlkampf des französischen Präsidenten Sarkozy finanziert, schreibt das Enthüllungsmagazin Mediapart. Es geht um 50 Millionen Euro.

Der libysche Ex-Diktator Muammar Al-Gaddafi habe Präsident Sarkozys Wahlkampf finanziert, berichtet das französische Internet-Enthüllungsmagazin Mediapart, die Redaktion habe dafür ausführliche Belege.

Das Gerücht gibt es schon länger: Als der Gaddafi-Clan im vergangenen Jahr gegen die Revolutionäre Bewegung ums Überleben kämpfte und die UN über ein Flugverbot beriet, ließ Gaddafi-Sohn Saif Al-Islam die Bombe platzen: „Wir haben seinen Wahlkampf finanziert, wir haben detaillierte Belege und sind bereit, alles zu erzählen“, sagte er dem Sender Euronews. Gemeint war Sarkozy.

„Das erste, was wir von diesem Clown wollen, ist also unser Geld. (...) Wir haben alle Details hier, die Bankkonten, die Überweisungsformulare, und wir werden das alles bald veröffentlichen“, drohte er.

Wenn nun ein Diktatorensohn so etwas sagt während das Regime wankt, dann ist das nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es stimmt.

Zahlung über Konto in Panama

Jetzt gibt es neue Belege für die Behauptung - Die Seite Mediapart (Anmeldung nötig) präsentiert eine Notiz, die den Ermittlern in der so genannten Karachi-Affäre vorliegt. Er habe geleakte Dokumente aus dem Dossier des Gerichts eingesehen, sagte der Journalist Fabrice Arfi dem Guardian. In den Papieren seien viele Details zu den Transfers aus Libyen vermerkt, Orte und Geldbeträge seien genauestens aufgezählt.

Der wichtigste Vorwurf: Im Oktober 2005 hätten der damalige französischen Innenminister und heutige Präsident Nicolas Sarkozy mit Gaddafi vereinbart, Sarkozys erste Präsidentschaftskampagne mit 50 Millionen Euro zu sponsern. Die Zahlung sei über ein Konto in Panama abgewickelt worden.


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Die Karachi-Affäre

In der Karachi-Affäre geht es um Schmiergelder für den ehemaligen französischen Premierminister Edouard Balladur. Die Gelder sollen im Zuge eines Waffengeschäftes erst nach Pakistan geflossen sein und dann teilweise wieder zurück.

Sarkozy war damals Wahlkampfsprecher Balladurs, er bestreitet eine Beteiligung.

Sarkozy streitet ab

Den Besuch vorbereitet habe der Hardliner und heutige französische Innenminister Claude Guéant. Laut taz stützt sich die These auf die Aussagen eines Arztes, der für den Waffenhändler Ziad Takieddine tätig war, der in der Karachi-Affäre eine wichtige Rolle spielt.

Präsident Sarkozy bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet den Bericht von Mediapart als „grotesk“. "Wenn [Gaddafi] das finanziert hätte, dann wäre ich nicht sehr dankbar gewesen“, sagte Sarkozy Fernsehsender TF1 ironisch mit Blick auf den französischen Militäreinsatz gegen Gaddafi. Er verschweigt dabei, dass er sich mit Gaddafi einst recht gut verstand.

Ein Beispiel: Gleich nach Sarkozys Wahl durfte der inzwischen tote libysche Diktator sein Beduinenzelt in der Nähe des Elysée-Palastes aufschlagen, die herzlichen Bilder mit dem "Bruder Führer" sind Sarkozy wohl heute noch peinlich.

Dennoch bleiben Fragen offen: Wie konnte Sarkozy einen Krieg gegen einen Feind anzetteln, mit dem das Geheimnis der Wahlspenden teilte? Musste ihm nicht klar sein, dass die Gaddafis auspacken würden? Wieso präsentierte der Gaddafi-Sohn selbst keine Beweise für die Zahlungen?

In jedem Fall werden die neuen Vorwürfe den französischen Wahlkampf gehörig durcheinanderwirbeln. Für Sarkozy in einem denkbar ungünstigen Moment; In den Umfragen führt sein Gegenkandidat Francois Hollande. (mit afp)

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