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08. März 2012

Frauen: Ist der Frauentag 2012 noch zeitgemäß?

Am 8. März ist Frauentag.  Foto: dapd

Alle Jahre wieder: Frauentag am 8. März. Es werden schöne Reden gehalten, Statistiken gewälzt und Gregor Gysi macht diesmal sogar ein Praktikum in einer Kita. Wir haben Menschen aus Politik und Kultur gefragt: Ist der Frauentag als Symbol der Emanzipation noch zeitgemäß?

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Alle Jahre wieder: Frauentag am 8. März. Es werden schöne Reden gehalten, Statistiken gewälzt und Gregor Gysi macht diesmal sogar ein Praktikum in einer Kita. Wir haben Menschen aus Politik und Kultur gefragt: Ist der Frauentag als Symbol der Emanzipation noch zeitgemäß?

Gibt es heute Blumen? Oder geht es am Frauentag um etwas Anderes?

Susanne Gaensheimer: Für mich geht es am Weltfrauentag weniger um Blumen, als vielmehr darum, auf jene Frauen aufmerksam zu machen, die nicht dieselben Ausgangschancen haben wie wir – sei es aus kulturellen, sozialen oder politischen Gründen.

Jörg Brüggemann: Ich wusste gar nicht, dass man zum Frauentag Blumen verschenkt. Kann es sein, dass das eher eine ostdeutsche Tradition ist? Im Ruhrgebiet, wo ich aufgewachsen bin, gab es die Blumen zum Muttertag. Das sagt vielleicht schon alles über die damals sehr unterschiedliche Stellung der Frau in Ost- und Westdeutschland. Daran hat sich einiges geändert.

Katrin Seegers: Ich freue mich über Blumen. Gleichzeitig sehe ich aber die Kritik eines symbolischen Ablasshandels.

Eberhard Schäfer: Ich schenke meiner Frau dann und wann einen Blumenstrauß, einfach so aus Liebe! Dafür brauche ich keinen Frauentag.

Lady Bitch Ray: Ja! Ich verschenke Rosen an coole Freundinnen von mir - das sind meistens Frauen, die trotz Niederschläge in ihrem Leben nicht aufgeben und unabhängig von Männern sich selbsständig durchs Leben beissen. Davon kennen ich einige! Hier nochmal ein vaginaler Votzenschmatzer an solche Frauen: Macht weiter so und gebt nicht auf, Bitches!

Janine Wissler: Ich freue mich über Blumen zum Frauentag. Der Frauentag geht auf einen Streik von New Yorker Textilarbeiterinnen im Jahr 1908 zurück und erinnert uns darin, dass Frauenrechte von unseren Vorfahrinnen erkämpft werden mussten. Es ist noch nicht lange her, dass Frauen in Deutschland die Erlaubnis des Ehemannes brauchten, um einen Arbeitsvertrag abzuschließen. Das ist heute dank der Frauenbewegung undenkbar. Dennoch ist der Frauentag kein Relikt der Vergangenheit, denn Frauen sind noch immer nicht in allen Lebensbereichen gleichberechtigt und Aktivitäten zum Frauentag können diese Missstände ins öffentliche Bewusstsein rücken.


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Sonja Eismann: Natürlich freue ich mich am Frauentag, wie an jedem anderen Tag auch, über Blumen - egal, ob ich sie bekomme oder ob ich beispielsweise meinem Partner welche schenke. Zudem ist der 8. März etwas ganz Besonderes für mich: er ist mir nicht nur als internationaler Frauentag wichtig, er ist zusätzlich auch noch mein Geburtstag. Mir wurde der Feminismus also quasi in die Wiege gelegt! Klar ist aber auch, dass mit einem simplen Blumengeschenk à la Muttertag nie alle Fragen und Auseinandersetzungen zur Gleichberechtigung erledigt sind:

das eine ist ein Zeichen der Wertschätzung und Galanterie zwischen Menschen, die sich schätzen, das andere ist eine politische Debatte, die noch lange nicht vom Tisch ist.

Dota Kehr: Ich freue mich immer über Blumen, aber ich habe nie verstanden, was Blumen mit Frauenrechten zu tun haben sollen.

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