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01. September 2014

Frauke Petry AfD: Die Macherin des Erfolgs

 Von 
Frauke Petry ist über die Informationen nicht erfreut.  Foto: dpa

Die sächsische AfD-Spitzenkandidatin Frauke Petry weiß, wie sie sie Menschen für sich gewinnen kann. Sie ist nun eines der Vorzeigegesichter der Partei. Ein Porträt.

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Wer Frauke Petry nur am sächsischen Wahlabend erlebt hat, kann sich nicht so recht vorstellen, dass diese freundlich-energische Dame zuweilen grell blühenden Unsinn daherreden kann. Wenn ein kleines Kind „Happy birthday“ singe, liefen ihr kalte Schauer den Rücken runter, sagte sie einmal. Man könne doch auch auf Deutsch wunderbar zum Geburtstag gratulieren.

Englische Popmusik im Radio, Anglizismen überhaupt? Ein Graus und einzudämmen. Klimawandel? Gebe es erwiesenermaßen gar nicht, deshalb solle man in Sachsen und Deutschland auch weiterhin Braunkohle verbrennen. Und weg mit den Windmühlen, raus aus der ganzen vermaledeiten Energiewende.

Klingt alles zusammen einigermaßen wirr, macht aber nichts. Die 39-jährige Leipzigerin und sächsische Spitzenkandidatin der Alternative für Deutschland (AfD) ist die große Gewinnerin des Sonntags. Ihre Partei ist erstmals in einen Landtag eingezogen und das mit fast zehn Prozent. Die Eurokritiker haben es zu großen Teilen ihr und ihrem Auftreten zu verdanken.

Petry weiß, wie sie wirkt

Petry weiß nämlich sehr genau, was wirkt und wie sie wirkt: Geschickt hat sie in den vergangenen Wahlkampfwochen bei fast jeder Gelegenheit eingestreut, sie sei vierfache Mutter, was immer gut ankommt beim Wahlvolk und etwas wie Erdung ins richtige Leben nachweisen soll. Petry kann zudem reden wie ein Buch. Munter und energisch tritt sie auf, sie hat ein Näschen für Themen und Stimmungen und wirkt wie eine tatkräftige Macherin, welche Probleme gerne anpackt, um sie sofort zu lösen. Das hat die AfD so attraktiv gemacht: Sie ist ein Kummerkasten für alle geworden ohne dass irgend jemand bislang verraten hat, wie aus all dem einmal handfeste Politik werden soll – auch Frauke Petry nicht.

Auch egal, man ist neu, geliefert wird später. Neben Parteichef Bernd Lucke und dem früheren BDI-Chef Hans-Olaf Henkel ist Petry nun eines der Vorzeigegesichter der neuen Partei. Petry, gläubige Christin und ein Kind der DDR, zog kurz vor der Wende als 14-jähriges Mädchen mit Mutter und Schwester in den Westen nach Bergkamen. Sie machte dort ihr Abitur als Jahrgangsbeste, studierte Chemie, promovierte, heiratete eine Pfarrer und zog zurück nach Ostdeutschland.

Sie wurde eine erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Unternehmerin in Leipzig. Ihre Firma entwickelte einen ökologischen Kunststoff, der für Aufsehen sorgte. Sie erhielt vor zwei Jahren sogar den Bundesverdienstorden dafür. Doch ihre Firma ging pleite, sie musste Insolvenz anmelden und steht angeblich auch privat davor. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen sie. Der Vorwurf, wie kurz vor der Wahl bekanntgeworden, lautet Insolvenzverschleppung. Petry bestreitet die Vorwürfe.


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