Berlin. Soldaten der Fregatte "Karlsruhe" haben im Indischen Ozean sieben mutmaßliche Piraten festgenommen. Die Besatzung der "Karlsruhe" habe am Dienstagnachmittag von einem französischen Fischerboot zunächst einen Notruf erhalten, teilte die EU- Marinemission Atalanta in ihrem Hauptquartier im englischen Northwood am Mittwoch mit.
Die Piraten griffen demnach das Fischerboot 350 Seemeilen (650 Kilometer) östlich der Hafenstadt Mogadischu an. Nachdem Sicherheitskräfte an Bord des französischen Bootes Warnschüsse abgefeuert hatten, brachen die Piraten ihren Angriff ab und flüchteten.
Ein Bordhubschrauber der spanischen Fregatte "Canarias" fand ihre beiden Schnellboote wieder und stoppte sie.
Bevor die "Karlsruhe" eintraf, warfen die Piraten Gegenstände von Bord. Die deutschen Marinesoldaten stellten aber noch Munition sicher. Die Besatzung des französischen Schiffes identifizierte die Seeräuber.
Die Bundesregierung muss nun in Absprache mit der Atalanta-Mission entscheiden, ob die Piraten in Deutschland angeklagt oder wieder freigelassen werden. "Derzeit ist eine Übergabe dorthin nicht vorgesehen", sagte der Atalanta-Sprecher. Wie in vergangenen Fällen erwägen die Beteiligten eine Überstellung der Piraten zur Strafverfolgung beispielsweise an Somalias Nachbarstaat Kenia.
Die Kriegsschiffe der Atalanta-Mission begleiten Lebensmitteltransporte des Welternährungsprogramm WFP in das von Chaos und Bürgerkrieg zerrüttete Somalia. Sie sichern auch den internationalen Transitkorridor im Golf von Aden vor Piratenangriffen.
Vor der Küste Somalias hat die Seeräuberei im Oktober drastisch zugenommen. Die Atalanta-Mission bewacht ein Seegebiet so groß wie Europa.
Der Zwischenfall am Horn von Afrika hatte sich den Angaben zufolge bereits am Dienstag abgespielt. Wegen der Zunahme von Piratenüberfällen vor dem Horn von Afrika hat die Europäische Union (EU) Kriegsschiffe in die Region entsandt, um eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten zu schützen. An dem Einsatz beteiligt sich die Bundeswehr mit 1400 Soldaten. (dpa/rtr)
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