Berlin. Am 50. Jahrestag des tibetischen Volksaufstands hat es in mehreren deutschen Städten friedliche Proteste gegen die Verletzung von Menschenrechten gegeben. In Berlin, Hamburg, Stuttgart und Frankfurt/Main demonstrierten mehrere Initiativen vor den Vertretungen der Volksrepublik China. In Berlin gab es Rangeleien mit der Polizei, als Demonstranten am Dienstag vor der chinesischen Botschaft eine Puppe mit den Gesichtszügen des chinesischen Staats- und Parteichefs Hu Jintao aufstellten. Zahlreiche Städte und Gemeinden hissten die Flagge Tibets auf ihren Rathäusern und Ämtern.
Nach Angaben der Polizei beteiligten sich an den Protesten in Berlin bis zu 150 Menschen. Aktivisten warfen Leichensäcke auf den Bürgersteig gegenüber der chinesischen Botschaft. Vor dem Generalkonsulat Chinas in Hamburg forderten Demonstranten Freiheit für Tibet und erinnerten an die 66 offiziellen Opfer der Unruhen im vergangenen Jahr. Der Veranstalter erwartete bis zum Abend rund 100 Teilnehmer, darunter viele Exil-Tibeter.
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) forderte "innere Autonomie" für Tibet. Eine Chance auf eine friedliche Verständigung zwischen Tibet und China sei nur mit Hilfe des Dalai Lama, des geistlichen Oberhaupts der Tibeter, möglich, sagte Koch in Wiesbaden. Der Vorstandsvorsitzende der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Wolfgang Gerhardt, appellierte an China, dem Anliegen der Tibeter endlich Gehör zu schenken.
Zu den Protesten aufgerufen hatte unter anderem die Tibet Initiative Deutschland. Ihren Angaben zufolge wollten deutschlandweit 996 Städte, Gemeinde und Landkreise die Flagge Tibets hissen. Sie wollten damit auch auf die Zerstörung der tibetischen Kultur und Identität aufmerksam machen. Am 10. März 1959 hatten sich in Tibet tausende Menschen gegen die chinesische Besatzung erhoben. Der Aufstand wurde von der Volksarmee niedergeschlagen, der Dalai Lama flüchtete am 17. März 1959 ins Exil nach Indien. (dpa)
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