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Furtwängler und von der Leyen sprechen über Demenz ihrer Väter

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Ursula von der Leyen und Maria Furtwängler warnen vor Betrügern, die arglose Demenz-Patienten ausnutzen wollen. Foto: Frank Leonhardt/Archiv
Ursula von der Leyen und Maria Furtwängler warnen vor Betrügern, die arglose Demenz-Patienten ausnutzen wollen. Foto: Frank Leonhardt/Archiv
München/Berlin –  

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (54) und «Tatort»-Star Maria Furtwängler (46) warnen vor Betrügern, die arglose Demenz-Patienten ausnutzen wollen.

«Mein Vater war vollkommenes Opfer von diesen Glücksspielen am Telefon», sagte Furtwängler in einem Doppel-Interview mit dem «Süddeutsche Zeitung Magazin» vom Freitag, hinzu seien jeden Tag «mindestens 20 Briefe» gekommen, in denen zu angeblichen Millionen-Gewinnen gratuliert wurde. Furtwänglers Vater starb im vergangenen Jahr.

Von der Leyen sagte: «Solange mein Vater noch geschäftsfähig war, ist leider viel Geld in obskure Kanäle geflossen.» Ihr Vater, Niedersachsens früherer Ministerpräsident Ernst Albrecht (83), lebt mit der CDU-Politikerin und ihrer Familie in einem Haus. Furtwängler und von der Leyen sind gut befreundet, wie sie in dem Interview sagten.

Die Erfahrung mit den kranken Vätern verbindet die beiden Frauen. Furtwängler gab zu, dass sie sich lange geschämt habe, «dass der eigene Vater so vertrottelt». «Immer denkt man: Mein Gott, dass kann er jetzt auch nicht mehr.» Schließlich habe ein von Ursula von der Leyen empfohlener Arzt ihr die Augen geöffnet, dass ein Perspektivwechsel helfe, mehr darauf zu schauen, «was eigentlich noch da ist». «Klingt lächerlich klein, aber für mich war das epochal.»

Von der Leyen erzählte: «Die Scham und das anfängliche Bemühen, alles zu kaschieren, hat es nur noch schlimmer gemacht.» Erst nachdem sie offen die Alzheimer-Erkrankung angesprochen habe, habe es sich entspannt. «Die Menschen hatten Verständnis und mein Vater konnte wieder völlig unkompliziert an allem teilnehmen.»

Von der Leyen sagte auch, was für sie zurzeit «am traurigsten» sei: «Ich bin 54 Jahre alt. 53 Jahre war ich für meinen Vater Röschen, Röschen Albrecht. Aber Röschen gibt es nicht mehr, Röschen ist weg. Er fragt nur noch: "Wann kommt Ursula nach Hause?" Und dann sag ich: "Ich bin doch hier." Ich denke, er nennt mich jetzt Ursula, weil die Frauen, die ihn tagsüber betreuen, nur von Ursula sprechen.» (dpa)