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Politik
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27. November 2012

G8: Turbo-Abitur bringt bessere Leistungen

 Von Torsten Harmsen
Eine Studie untersuchte erstmals die Auswirkungen der verkürzten Schulzeit auf die Schülerleistung. Foto: dpa

Einer Hamburger Studie zufolge bringen Schüler, die nach zwölf Jahren das Abitur ablegen, bessere Leistungen als ältere Jahrgänge, die noch 13 Jahre zur Schule gingen.

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Die Einführung des Turbo-Abiturs hat die Leistungen der Gymnasiasten nicht beeinträchtigt, sondern sogar teilweise verbessert – zumindest in Hamburg. So lautet das Ergebnis einer Studie, die der Hamburger Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag vorgestellt hat. Erstmals in Deutschland wurden damit die Auswirkungen der Verkürzung der Schulzeit auf die Schülerleistungen empirisch untersucht.

In einer schriftlichen Prüfung mussten dafür insgesamt 4000 Zwölftklässler im Mai 2011 ihre Leistungsfähigkeit in Mathematik, Naturwissenschaften und Englisch unter Beweis stellen. Ihre Ergebnisse wurden mit denen ihrer Vorgänger von 2005 verglichen, die damals noch neun statt acht Jahre zur Schule gingen, also in der 13. Klasse waren. Es zeigte sich, dass zum Beispiel im Englisch-C-Test die heutigen Abiturienten über alle Leistungsgruppen hinweg bessere Leistungen bringen als ihre Vorgänger.

Größter Fortschritt an der Spitze

In den Naturwissenschaften ist der Jahrgang 2011 vor allem im oberen Leistungsviertel etwas besser, zeigt die Studie mit dem Namen Kess (Kompetenzen und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern). In Mathematik wiederum unterscheiden sich die Jahrgänge nur geringfügig. Der Jahrgang 2011 ist etwas besser in der „voruniversitären Mathematik“, der Jahrgang 2005 in der mathematischen Grundbildung.
Letzteres habe vor allem damit zu tun, dass parallel zur Schulzeitverkürzung (G8-Reform) in Hamburg die Zahl der Abiturienten gestiegen sei – und zwar von 3 517 auf 4 675 Schüler, teilte Schulsenator Rabe mit. Der Anteil von Gymnasiasten aus sogenannten bildungsfernen Elternhäusern habe sich laut Studie verdoppelt. Dadurch gebe es in den unteren Leistungsgruppen etwas schlechtere Leistungen. Im Gesamtdurchschnitt allerdings sei das Niveau nicht gesunken. Betrachte man die 500 besten Hamburger Schüler von 2011, dann zeigten sich die stärksten Fortschritte. „G8 hat die Leistungsspitze in Hamburg deutlich verbessert“, so Rabe.

Verdichtung der Lernzeit

Gründe dafür sieht der Senator in einer „Verdichtung der Lernzeit und höheren Leistungsansprüchen“. In Hamburg sei die Profiloberstufe an die Stelle der Grund- und Leistungskurse getreten, erklärte Studienleiter Ulrich Vieluf. Damit verbunden seien mehr Stunden und höhere Anforderungen in Deutsch, Mathe und Englisch. Hamburg hat also mehr Zeit und Kraft auf die Kernfächer konzentriert.

So wählten jetzt 77 Prozent der Gymnasiasten in Englisch ein höheres Anforderungsniveau, während vor sechs Jahren nur 33 Prozent einen Leistungskurs in diesem Fach besuchten. In Mathematik seien es 42 Prozent gegenüber 12 Prozent.
Während andere Bundesländer – etwa Baden-Württemberg oder Bayern – die umstrittene G8-Reform teilweise wieder zurücknehmen und auch wieder 13-jährige Wege zum Abitur bieten, gibt es an Hamburg er Gymnasien solch eine Möglichkeit nicht. Eine Ausnahme: die sogenannten Stadtteilschulen. Der Schulsenat sieht die Ergebnisse der Kess-Studie als Bestätigung der Gymnasialreform – auch mit Blick auf ihre Kritiker.

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