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Gaza-Krieg: Viele Tote bei Angriffen auf zwei UN-Schulen

Israelische Soldaten sterben durch eigene Granaten. Ministerpräsident Ehud Olmert nennt erste Bedingungen für eine Waffenruhe.

Gaza. Die israelische Armee ist am elften Tag ihrer Militäroffensive noch tiefer in den Gazastreifen vorgedrungen und hat die radikal-islamische Hamas weiter in die Zange genommen. Angesichts wachsender internationaler Aufrufe zu einem Ende des Blutvergießens in Nahost nannte der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert erste Bedingungen für eine Waffenruhe. Danach soll es eine Feuerpause nur bei Zusagen über einen Stopp der Raketenangriffe militanter Palästinenser sowie des Waffenschmuggels in den Gazastreifen geben. Die Zahl der Todesopfer stieg auf annähernd 600.

Die israelische Luftwaffe flog am Dienstag nach eigenen Angaben mehr als 50 Einsätze im Gazastreifen. Militante Palästinenser feuerten im Gegenzug Raketen auf Israel ab.

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Mindestens 55 Palästinenser starben nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza bei Angriffen aus der Luft, vom Boden und vom Meer. Drei Palästinenser kamen in einer Schule des UN-Hilfswerks für Palästinaflüchtlinge ums Leben. Bei einem Angriff auf eine weitere Schule der UN-Hilfsorganisation UNRWA (United Nations Relief and Works Agency) in Dschebalija kamen nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 40 Menschen ums Leben. Auch in diesem Gebäude hielten sich Flüchtlinge auf. UN-Vertreter im Gazastreifen erklärten, sie hätten der israelischen Armee die Koordinaten ihrer Gebäude im Gazastreifen übermittelt, um zu verhindern, dass sie angegriffen würden.

Drei israelische Soldaten sowie ein Offizier der Fallschirmjäger wurden nach Angaben eines Sprechers in zwei Zwischenfällen jeweils durch eigene Truppen getötet. Weitere 27 Soldaten seien verletzt worden. Damit ist die Zahl der israelischen Todesopfer auf fünf gestiegen.Trotz der massiven Militäraktion dauerten die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel weiter an. Mindestens 15 Geschosse schlugen im Süden Israels ein.

In der Stadt Gaza sowie im nördlichen Teil des Gazastreifens sei am Dienstag die Wasserversorgung für rund 800 000 Menschen zusammengebrochen. Dies berichtete Munsir Schiblak vom Wasserwerk in Gaza. "Das ist keine Krise, es ist eine Katastrophe", fügte er hinzu.

Ägypten verweigerte am Dienstag am ägyptischen Grenzübergang in Rafah 45 Medizinern aus Kairo die Einreise in den Gazastreifen. Nach ihren Angaben warten mindestens weitere 50 Ärzte in den Ortschaften nahe der Grenze auf die Einreise.

Das Oberste Verwaltungsgericht in Kairo ordnete den Stopp der Lieferung von ägyptischem Gas an Israel an. Nach Angaben von Prozessbeobachtern wurde damit das Urteil eines Verwaltungsgerichts aus dem November aufrechterhalten. Ägyptische Oppositionelle hatten die Gaslieferungen an Israel mehrfach kritisiert.

EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner warb bei einem Gespräch mit Präsident Schimon Peres erneut für eine "humanitäre Feuerpause". Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte auf seiner Vermittlungsreise, Syrien müsse die Hamas dazu bringen, ihre Angriffe auf Israel einzustellen. Die Israelis müssten ihrerseits ihre Angriffe auf den Gazastreifen einstellen und die Grenzübergänge öffnen, sagte Sarkozy nach einem Treffen mit Staatschef Baschar al-Assad in Damaskus.

Der durch die israelische Offensive im Gazastreifen geschürte Hass droht sich in zunehmender antisemitischer Gewalt in Europa zu entladen. In der Nacht zum Dienstag verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Toulouse. Aus Großbritannien, Schweden und Dänemark wurden ebenfalls Zwischenfälle gemeldet. Politiker und jüdische Organisationen schlagen bereits Alarm. ap/dpa/mge

Datum:  7 | 1 | 2009
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