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Politik
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24. Januar 2011

Geheimdokumente: Das Wort des Tages: Verrat

 Von Julia Gerlach
Die veröffentlichten Dokumente schlagen hohe Wellen.  Foto: Getty Images

Die in den Geheimdokumenten veröffentlichten Zugeständnisse palästinensischer Unterhändler sorgen für Unmut in der arabischen Bevölkerung. In den Medien artikulieren Leser und Blogger ihre Wut auf die Autonomiebehörde

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Schon seit dem Morgen schürte die Webseite des arabischen Satellitensenders Al-Dschasira die Neugier der Zuschauer: Eine „große Enthüllung“ solle zur besten Sendezeit präsentiert werden. Tatsächlich schlugen die „Palästina-Papiere“, wie die Geheimdokumente über die Verhandlungen zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der israelischen Regierung in der Region genannt werden, hohe Wellen.

Verrat war das Wort des Tages. „Wer hat euch das Recht gegebene, islamische heilige Städte aufzugeben?“, fragte Abdel Bari Radwan, Chefredakteur der Zeitung Al Quds al Arabi (Das arabische Jerusalem). Er war einer der Ersten, die Al-Dschasira zuschaltete, als sich direkt nach der Veröffentlichung der Dokumente der Vertreter der Autonomiebehörde, Saeb Erekat, beim Sender meldete. Erekat bezeichnete die Dokumente als einen „Haufen Lügen“, doch er kam kaum zu Wort, so aufgebracht waren Moderatoren und Kommentatoren des Senders.

Al Quds al Arabi übernahm auf ihrer Webseite Auszüge aus den Dokumenten und löste damit eine hitzige Diskussion unter ihren Lesern aus: „Wer gibt den Söldnern der Autonomiebehörde das Recht, im Namen des palästinensischen Volkes zu sprechen? Es ist nur eine Schande, dass im Westjordanland keine echten Männer wohnen, die in der Lage sind, sie umzulegen“, schreibt jemand unter dem Pseudonym Adonis.

„Es ist schon lange klar, dass die Regierung Abbas kein Mandat mehr hat, aber jetzt haben wir den Beweis, dass sie uns verraten hat. Es ist Zeit abzutreten. Tunesien in Palästina!“, meint ein anderer.

In den vergangenen Tagen war Tunesien das Hauptthema auf vielen Webseiten gewesen. Am Montag schwenkte die Debatte um auf die „Palästina-Papiere“: „Was für eine Schande! Ihr verschenkt unser Land und sprecht auch noch von Taktik“, schreibt ein Forumsbesucher mit dem Namen Nasser auf der beliebten Seite Maktoob.

Ein anderer Forumsteilnehmer sieht in den Papieren einen Beweis, dass den Versprechungen der Politiker nicht zu glauben ist. Nur der bewaffnete Kampf könne Jerusalem zu einer arabischen Stadt machen: Es gebe Millionen Muslime auf dieser Welt. „Warum sollten sie nicht sich das nehmen, was sie haben wollen? Genug ist genug.“

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