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04. März 2013

Gerichtsstreit über Plagiat: Kein Doktortitel für Koch-Mehrin

Bleibt wohl Frau-ohne-Doktor: Silvana Koch-Mehrin. Foto: dpa

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin darf sich wohl auch in Zukunft nicht Frau Doktor nennen. Der Europaabgeordneten droht nach der Niederlage im Gremium der Uni Heidelberg nun eine weitere vor Gericht.

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Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin darf sich wohl auch in Zukunft nicht Frau Doktor nennen. Der Europaabgeordneten droht nach der Niederlage im Gremium der Uni Heidelberg nun eine weitere vor Gericht.

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin muss mit einer Niederlage im Streit um ihren Doktortitel rechnen. Die von ihren Anwälten ins Spiel gebrachten Verfahrensfehler bei der Aberkennung des Doktortitels seien nicht relevant, deutete die Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht Karlsruhe am Montag mehrfach an.

Das bedeutet: Bei der Klärung der Frage, ob Koch-Mehrin ihre Doktorarbeit zu Teilen abgeschrieben hat, spielt es keine Rolle, ob das für die Aberkennung zuständige Gremium der Universität Heidelberg in allen Details richtig gewählt worden ist. Seine Entscheidung will das Gericht innerhalb von zwei Wochen bekanntgeben.

Die Universität Heidelberg hatte am 15. Juni 2011 mitgeteilt, Teile der Doktorarbeit seien abgeschrieben. Koch-Mehrin müsse ihren Titel abgeben. Der Promotionsausschuss fand auf den rund 80 Seiten ihrer Dissertation 120 Plagiate. Danach war die heute 42-Jährige von ihren Ämtern als Leiterin der FDP-Delegation im Europa-Parlament, als Parlamentsvizepräsidentin und als Mitglied des FDP-Präsidiums zurückgetreten. Ihr Abgeordnetenmandat hatte sie jedoch behalten.

Bei der ersten Verhandlung im vergangenen November hatte ihr Anwalt "Mängel an Quellennachweisen" eingestanden. Diese Fehler seien jedoch bereits bei der Anerkennung der Dissertation bekannt gewesen.

Koch-Mehrin hatte bereits gegen die Entscheidung bei der Uni Widerspruch eingelegt - und war abgewiesen worden. (dpa)

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