Rom. Das Berufungsgericht von Genua hat in zweiter Instanz Polizisten und Einsatzleiter für gewalttätige Übergriffe auf schlafende Globalisierungsgegner beim G8-Gipfel von 2001 in der norditalienischen Stadt verurteilt. Die Richter belegten die 27 Angeklagten der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" vom Mittwoch zufolge mit Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren. In erster Instanz waren die Einsatzleiter freigesprochen worden.
Einen Tag nach dem Tod eines Globalisierungsgegners bei Zusammenstößen mit Demonstranten war die Polizei in der Nacht auf den 21. Juli 2001 in die Diaz-Schule in Genua eingedrungen und hatte dort übernachtende Jugendliche zum Teil schwer verletzt. Infolge der Gewaltorgie mussten mehr als 60 Opfer in Krankenhäusern behandelt werden, unter ihnen waren auch mehrere Deutsche.
Die Täter hatten die Anwendung von Gewalt mit Widerstand gegen die Staatsgewalt durch die betroffenen Globalisierungsgegner gerechtfertigt. Bereits im ersten Prozess stellte sich heraus, das ein angeblich in der Schule gefundener Molotow-Cocktail von einem Polizisten dorthin gebracht worden war, um die Verantwortung für die Gewaltakte den Demonstranten zu übertragen. ( epd)
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