Jerusalem. Israel behauptet es schon seit langem: Hamas-Kämpfer hätten im Gaza-Krieg hinter Kindern Deckung gesucht, Moscheen und Schulen als Waffenlager missbraucht sowie Raketen aus dicht bevölkerten Gebieten abgefeuert. Mit erstmals freigegebenem militärischem Material über den Krieg vom 27. Dezember 2008 bis zum 18. Januar 2009 versucht eine israelische Forschungsgruppe namens Malam (Intelligence and Terrorism Information Center) jetzt, diesen Verdacht zu erhärten.
Erklärtes Ziel ist es, Schwachstellen im israelkritischen Goldstone-Report bloßzustellen. In Kooperation mit der israelischen Armee hat Malam dazu einen eigenen 350 Seiten starken Bericht erstellt, der am Montag veröffentlicht wurde.
Dem südafrikanischen Richter Richard Goldstone wird in dem Report der Vorwurf gemacht, er habe bei seiner Untersuchung im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats die Frage nach der Kampftaktik der Hamas ignoriert oder vernachlässigt. Aus Filmen der israelischen Luftwaffe, Verhören von Kriegsgefangenen sowie offenen Bekenntnissen palästinensischer Militanter gehe aber hervor, dass die Hamas systematisch aus der Zivilbevölkerung in Gaza heraus operiert habe. So zeige ein Video vom 6. Januar 2009, wie ein Terrorist von einem Hausdach auf Truppen schieße. Als er bemerkt habe, dass ein israelischer Flieger ihn entdeckt habe, sei er hinunter zum Hauseingang, um die Bewohner um Hilfe zu rufen. Inmitten einer Kindergruppe sei er dann untergetaucht.
Auch habe ein Hamas-Kämpfer in einer Vernehmung geschildert, wie eine Kommandozelle ihre Geschosse auf einem Wagen transportierte, auf dem Kinder hockten. In manchen Fällen hätten palästinensische Zivilisten sich freiwillig als "menschliche Schutzschilde" angeboten. Andere seien dazu genötigt worden.
Die Malam-Dokumentation soll belegen, dass nicht Israels Armee, sondern die Hamas die Schuld am Tod palästinensischer Zivilisten trage. Goldstone habe diesem Aspekt zu wenig Beachtung geschenkt. Allerdings musste sein Team ohne Material israelischer Militärs auskommen, da die Regierung von Benjamin Netanjahu jede Kooperation mit Goldstone abgelehnt hatte.
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