Athen. Griechenland hat die ruhigste Nacht seit Beginn der schweren Ausschreitungen vor sechs Tagen erlebt. Aus keiner Stadt wurden Krawalle gemeldet, berichtete das Staatsradio am Freitagmorgen.
Zur Beruhigung der Lage habe offenbar auch das Wetter mit starkem Regen am Morgen in ganz Griechenland beigetragen. Für den Mittag waren zwei neue Demonstrationen von Schülern und Studenten im Zentrum Athens geplant.
Zudem wurde das Ergebnis der ballistischen Untersuchung der Polizeikugel erwartet, die den 15-Jährigen Alexandros Grigoropoulos getötet hatte. Der Polizist, der den Schuss abgab, befindet sich in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis der Athener Vorstadt Korydallos. Der Tod des Teenagers hatte die Protestwelle ausgelöst.
Am Vorabend waren rund 3000 Menschen im Zentrum Athens erneut auf die Straßen gegangen. Wiederum kam es zu gewalttätigen Zwischenfällen. Im westgriechischen Patras zogen rund 2000 Menschen durch die Innenstadt.
In der Hafenstadt Thessaloniki griffen Randalierer das Gebäude der Zeitung "Makedonia" an und beschädigten den Eingangsbereich sowie das Studio eines Radiosenders. In Komotini, einer Kleinstadt nahe der griechisch- türkischen Grenze, verjagten aufgebrachte Ladenbesitzer aus Angst vor Randale rund 300 Studenten, die dort demonstrieren wollten. (dpa)
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