Die neuen Personalausweise machen noch immer Probleme. Zwar sind mittlerweile rund 99 Prozent der Anfang November bestellten neuen Ausweise ausgeliefert worden. Doch heißt dies längst nicht, dass jeder seinen Ausweis vollständig nutzen kann. Denn in vielen Fällen funktioniert das digitale Speichern der persönlichen Daten nicht.
Als elektronische Stolpersteine erweisen sich kleine Zeichen, die nicht zum offiziellen Alphabet gehören. Sie werden Akut, Cédille oder Zirkumflex genannt und gehören zur Gruppe sogenannter diakritischer Zeichen. Die sind zwar klein, tauchen aber häufig auf: Vornamen wie André, Cécile oder François sind ebenso verbreitet wie die Nachnamen Dvorák, García – oder de Maizière.
Nach Auskunft der Meldeämter, darunter auch das Berliner Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, gibt es Störungen bei dem Versuch, die neuen Ausweise über die sogenannten Änderungsterminals digital anzumelden. Besonders Namen mit diakritischen Zeichen seien betroffen. „Da stürzt das ganze System ab, und der eigentliche Vorteil des neuen Personalausweises, die digitale Registrierung, ist hinfällig“, sagte Bezirksstadtrat Joachim Krüger.
Die Bürger könnten ihren Ausweis zwar abholen, müssten aber ein weiteres Mal vorbeikommen, um auch die digitale Registrierung abzuschließen. Wie lange sie darauf warten müssen, ist noch unklar.
Den Schwarzen Peter schieben die Behörden der Bundesdruckerei zu. Deren Pressesprecherin sagt: „Die Probleme liegen häufig nicht an der Software für den neuen Personalausweis, sondern an der Kompatibilität der von Land zu Land unterschiedlichen Softwareprogramme bei den Meldebehörden.“ Für alle Ämter stünden bundesweit eine Hotline sowie ein mobiler Behörden-Service bereit.
Wer den Personalausweis im Internet nutzen möchte, benötigt zudem die sogenannte Ausweis-App, die aber wegen Sicherheitsmängeln vorerst deaktiviert werden musste. Seit Januar gibt es eine neue, angeblich sichere Version, allerdings bislang nur für das Betriebssystem Windows. Versionen für Linux und Mac OS sollen noch folgen.
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