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08. Dezember 2012

Hamas feiert Gründung vor 25 Jahren/Hamas-Chef: "Werden Israel niemals anerkennen"

Hamas-Chef Chaled Maschaal will Israel nicht anerkennen.  Foto: REUTERS

Die radikal-islamische Hamas und ihre Anhänger feiern das 25-jährige Bestehen der Palästinenserorganisation. Bei seinem ersten Besuch im Gazastreifen macht Hamas-Chef Chaled Meschaal deutlich, man werde den Staat Israel nie anerkennen. Eine deutliche Kampfansage.

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Was die Hamas wirklich von Israel hält, sollte spätestens mit der 25-Jahr-Feier der radikalen Gruppierung klar sein: Die Befreiung ganz Palästinas und damit die Auslöschung Israels soll es sein. Die Hamas im Gazastreifen gibt sich zu ihrem Geburtstag gewohnt kämpferisch.

In einer Rede im Gazastreifen sprach Exilchef Chaled Maschaal Israel am Samstag das Existenzrecht ab und erteilte Zugeständnissen bei Verhandlungen über das Gebiet eines Palästinenserstaates eine Absage. Die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) rief Maschaal zur Einheit auf. Der seit Jahrzehnten im Exil lebende Meschaal, der 2004 die Führung der Hamas übernahm, machte zugleich deutlich, dass seine Organisation Israel niemals anerkennen werde.

„Palästina ist vom Mittelmeer bis zum Jordan und vom Norden bis zum Süden unser Land und unsere Nation“, sagte Maschaal in Gaza-Stadt vor rund 100.000 Anhängern. „Wir können keinen Zollbreit und keinen Teil davon abgeben“, fuhr er fort. „Wir können außerdem weder die Legitimität der Besetzung Palästinas noch Israel selbst anerkennen.“ Der 56-Jährige war am Freitag im Gazastreifen eingetroffen und hatte damit nach eigenen Angaben erstmals seit 37 Jahren wieder palästinensischen Boden betreten.

"Die Befreiung Palästinas ist unser Ziel"

Das Gebiet, zu dem auch das heutige Israel gehört, sei „arabisch und islamisch“ und gehöre nur den Palästinensern, fügte er am Samstag vor Zehntausenden von jubelnden Anhängern in Gaza-Stadt hinzu.

"Die Befreiung Palästinas, ganz Palästinas, ist ein Recht, eine Pflicht und ein Ziel“, sagte Maschaal an der Seite seines Stellvertreters Mussa Abu Marsuk sowie von Hamas-Regierungschef Ismail Hanija. Die PLO, deren „Einheit“ er forderte, bezeichnete Maschaal als „Bezugspunkt“ für alle Palästinenser.

Tausende Anhänger feierten den 25. Geburtstag der Hamas.  Foto: AFP

Die von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geleitete Dachorganisation verschiedener politischer und militärischer palästinensischer Gruppen strebt die Errichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates an. Die stärkste Fraktion in der PLO ist die Fatah von Abbas, die das Westjordanland regiert. Die Fatah allerdings steht mit der radikalen Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, im Konflikt.


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Die Hamas war 1987 im Zuge des ersten bewaffneten Aufstands der Palästinenser, der Ersten Intifada, gegründet worden. Ihre Anhänger kamen am Samstag mit grünen Fahnen, Mützen und anderen Emblemen der Hamas auf dem Katiba-Platz zusammen.

Hinter der Tribüne waren Porträts des von Israel 2004 getöteten Hamas-Chefs Scheich Ahmed Jassin sowie des ebenfalls von Israels Streitkräften getöteten Hamas-Militärchefs Ahmed al-Dschaabari zu sehen. Al-Dschabaari war zum Auftakt des jüngsten bewaffneten Konflikts im Nahen Osten am 14. November in seinem Auto in Gaza-Stadt von einer Rakete getroffen worden.

Niebel weist Vorwürfe zurück

Die Feierlichkeiten zum 25. Gründungsjubiläum der Hamas waren vorgezogen worden, um zugleich der palästinensischen Unruhen am 8. Dezember 1987 zu gedenken, die den Beginn der Ersten Intifada markierten. Die Veranstaltung fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Hunderte Polizisten und dutzende Mitglieder der Essedin-al-Kassam-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Hamas, säumten den Platz. Verkaufsstände mit Getränken und Speisen versorgten die Menschen, viele hatten ihre Gebetsteppiche mitgebracht.
Der 56-jährige Maschaal gehört zu den Gründungsmitgliedern der islamistischen Bewegung, die seit 2007 den Gazastreifen regiert. Seit 1996 steht Maschaal dem Politbüro der Hamas vor. Zuletzt trug er in Kairo entscheidend dazu bei, dass der achttägige Konflikt mit Israel am 21. November mit einem Waffenstillstand endete.

Unterdessen hat Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) Darstellungen zurückgewiesen, er werte mit seinem Besuch in den Palästinensergebieten die Hamas auf und verärgere Israel. Niebel sagte am Samstag in Nablus im Westjordanland, die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas sei völlig zu Recht im Westen als Terrororganisation gelistet und daher kein Partner für die politische Kooperation bei einer Zwei-Staaten-Lösung. Er sorge in den Palästinensergebieten für Entwicklungszusammenarbeit, „die der Hamas den Boden entzieht“. Niebel betonte an anderer Stelle, die Entwicklungszusammenarbeit in den palästinensischen Gebieten sei mit Israel abgesprochen. (afp/dpa)

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