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Politik
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17. Oktober 2008

Hamburg: Oben grünlich, unten bräunlich

 Von BERNHARD HONNIGFORT

Die Hamburger CDU hat mal wieder Sorgen mit dem Nachwuchs. Von Bernhard Honnigfort

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Hamburg ist ein blütenreiches politisches Biotop. Die CDU regiert seit einigen Monaten mit den Grünen so entspannt dahin, als hätte es nie anderes gegeben. Bündnisse mit Rechtspopulisten von Schlage Ronald Schill zum Beispiel. Bürgermeister Ole von Beust führt eine "Kuschelkoalition" an. Aus den Reihen seiner Union ist nicht das leiseste böse Wort über den noch ungewohnten Koalitionspartner zu hören.

Alles wäre hübsch manierlich, gäbe es nicht auch ein unteres Ende der CDU: die Junge Union. "Der CDU-Nachwuchs hat ein Nazi-Problem", stellte sogar Bild Hamburg jetzt fest. Wie jetzt herauskam, hatte der JU-Chef von Hamburg-Mitte, Nikolaus Haufler, den Burschenschafter Felix Menzel im Juni zu einem Seminar eingeladen. Dort erklärte der Mitbegründer der ultrarechten Schüler-Verbindung "Theodor Körner" den Jungpolitikern, was es mit KSA auf sich hat, der "Konservativ-Subversiven Aktion".

Es ging darum: Wie stört man Veranstaltungen linker Gruppierungen? Eine Art Terrorcamp also für verbale Attacken. Drei Monate später der Vollzug: Mitglieder der Jungen Union fielen über eine Veranstaltung der Initiative "Eine Schule für alle" her. Mit bunten T-Shirts verteilten sie Protestflugblätter, unterbrachen Redner.

Schon im März sorgte JU-Mann Alexander Weiß für Aufregung, der eine schwarze Kommilitonin als "Niggerschlampe" bezeichnet haben soll. Außerdem soll der junge Jurist die Auffassung vertreten haben, "Nicht-Arier" seien eine "Schande für das Juristentum", und Frankreich-Fahrten unternehme er "nur auf Ketten". Der Kreisvorsitzende der JU Hamburg-Nord lässt seine Parteiämter seither ruhen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg brütet noch über der Beleidigungsklage. Damals wurde zudem bekannt, dass sich ein JU-Mitglied in Altona nebenbei für die rechtsextreme DVU engagiert hatte.

Der Bürgerschaftsabgeordnete Andy Grote von der SPD möchte nun per Kleiner Anfrage wissen, was mit der Jungen Union los ist. "Wir sind hier nicht im Bayerischen Wald, sondern im weltoffenen Hamburg", meinte sein Genosse Andreas Dressel. Und empfahl CDU-Chef Michael Freytag, er solle seinen Laden endlich in Ordnung bringen.

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