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Herbe Verluste für die CDU: Licht im Schatten

Die Kanzlerin verordnet der CDU nach den Verlusten in Thüringen und im Saarland Zurückhaltung. Ihre Partei warnt vor Rot-Rot-Grün und spricht wieder lauter von einer "Richtungswahl". Von Thomas Kröter

Ratlos. Angela Merkel wird sich nicht weiter vor dem Bundestagswahlkampf drücken können.
Ratlos. Angela Merkel wird sich nicht weiter vor dem Bundestagswahlkampf drücken können.
Foto: ddp

Die paar jungen Leute im Konrad-Adenauer-Haus schauen aus ihren orangefarbenen T-Shirts mit der Aufschrift "Team Deutschland", als hätten sie gerade erfahren, dass "Tokio Hotel" sich auflösen. Dabei haben die CDU-Wahlhelfer just erfahren, dass ihre Partei in Sachsen weiter den Ministerpräsidenten stellt.

So etwas wie Beifall ist aus der Truppe, von Generalsekretär Ronald Pofalla zum Jubeln engagiert, erst zu hören, als der Balken der FDP wächst und wächst. So geht am Abend des 30. August 2009 eine doppelte Premiere über die Bühne in der Berliner CDU-Zentrale.

Wahlverlierer. Peter Müller.
Wahlverlierer. Peter Müller.
Foto: dpa

Die Freidemokraten liegen, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt, erstmals bei einer Länderwahl vor den Sozialdemokraten - und den christdemokratischen Nachwuchs freut das mehr als das Abschneiden der eigenen Partei.

Norbert Röttgen, der als Partei-Intellektueller gilt, wagt als erster CDU-Spitzenpolitiker einen Kommentar. "Licht im Schatten" diagnostiziert der Fraktionsgeschäftsführer im Bundestag. Will sagen: In Sachsen ein Erfolg - in Thüringen und im Saarland Zittern, ob wir trotz Verlusten an der Macht bleiben können.

Kurz darauf tritt Pofalla vor die Kameras: "Licht und Schatten" auch bei ihm. Schon vor Schließung der Wahllokale hatte er mit der Parteichefin die Sprachregelung abgesprochen. Angela Merkel kam im Auto von einer Veranstaltung in Hamburg. Dort hatte sie zum wiederholten Male ihre Präferenz für ein bürgerliches Bündnis in Berlin bekräftigt. Sachsen - das sollte der Leuchtturm sein an diesem Abend. Alles aber in Merkels mittlerer Tonlage.

Pofalla schildert das Böse

Diese Tonlage behält auch der CDU-Generalsekretär bei, wenn es darum geht, das Böse zu schildern: Die SPD habe eine Chance nur mit der Linken, deshalb stehe Ende September eine "Richtungswahl" an. Er lächelt zwar nicht, aber sonderlichen Ingrimm legt Pofalla nicht in seine Stimme.

Bloß keine Aufregung: Diese Maxime bekräftigt die Kanzlerin aus ihrem Dienstwagen. Ihr Telefon allerdings steht nicht still. Dort muss einer beglückwünscht, hier wollen zwei getröstet werden, zwei Prozent-, wenn nicht Amtsverlierer. Merkel muss verhindern, dass sie ihren Frust vor dem Kanzleramt abladen.

Althaus und Müller, sagt Pofalla, werden die Initiative zur Regierungsbildung ergreifen. Bestenfalls bleiben sie sogar Ministerpräsidenten: der Thüringer in einer großen Koalition, der Saarländer, diese geringe Chance wollen Merkel und Pofalla ihm nicht verbauen, in der allerersten Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen. Es sei zu früh, darüber zu reden, sagt der Generalsekretär. Ein kategorisches Nein klingt anders.

Autor:  Thomas Kröter
Datum:  30 | 8 | 2009
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