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Hilfe für Kinder: Protest mit roten Händen

Hilfsorganisationen fordern mehr Hilfe für Kinder im Krieg. Der Außen- und der Entwicklungsminister versprechen ihr Engagement. Von Steven Geyer

In Köln ist Karneval, aber im Auswärtigen Amt ist es nicht lustig gemeint, wenn sich der Außenminister unter Anleitung eines Kölner Rockers die Hand rot anmalt. Es ist Red Hand Day, Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten: Trotz eines UN-Verbots, das 131 Staaten ratifiziert haben, müssen weltweit noch immer 250.000 Kinder in Kriegen kämpfen. Sie legen Minen, transportieren Waffen, sind an Massakern beteiligt, werden vergewaltigt.

Das beklagt ein Bündnis aus Hilfsorganisationen wie World Vision, Unicef, Amnesty und terre des hommes. Es fordert die Bundesregierung auf, sich stärker für Kinderrechte in Krisengebieten einzusetzen. Symbol der Forderung ist die rote Hand: Zehntausende übergaben am Freitag einen Abdruck an "die Politik".

Einer davon ist Guido Westerwelle. "Keine Kindersoldaten! Nirgendwo!", schreibt er neben seinen Abdruck. Zuvor hat er Wolfgang Niedecken zugehört, der Hilfsprojekte für Kriegskinder in Uganda betreibt und im Außenamt darüber sang.

Westerwelle wirkt entspannt, obwohl zwei Treppen höher die Presse mit fiesen Fragen zu Hartz IV wartet. Im Foyer fordert Barbara Dünnweiler von der Kindernothilfe Westerwelle auf, mehr Druck auf Kongo, Birma und Pakistan auszuüben, die das Verbot ignorieren. Laut einer Studie von World Vision werden traumatisierte Kinder oft selbst zu Kriegern. Moniert wird auch, dass westliche Akteure ohne Konzepte für Schutz und Therapie von Kindern in den Krieg ziehen. Das müsse sich ändern, etwa durch ein Budget des Ministeriums.

Er sehe es als politischen Auftrag, gegen Kindersoldaten vorzugehen, verspricht Westerwelle. Parteifreund und Entwicklungsminister Dirk Niebel kündigt schriftlich "zielgerichtete Aufklärungskampagnen" in Afrika an, "um Kinder vor Verschleppung und Übergriffen zu schützen".

Niedecken sagt, man werde die Herren daran messen und das Thema im Gespräch halten. Er selbst tut das auch, zum Beispiel beim Kölner Rosenmontagszug als Schirmherr zweier Motivwagen: Einer karikiert den Raubbau in Afrika, der andere das "Wegzappen" der Deutschen bei so unangenehmen Themen.

Autor:  Steven Geyer
Datum:  13 | 2 | 2010
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