Hamburg. Das KZ Sobibor war ein Vernichtungslager, das von den Nationalsozialisten ausschließlich zur Ermordung von Juden bestimmt war. Den etwa 400 mal 600 Meter großen Komplex errichteten sie 1942 im Bezirk Lublin im besetzten Polen. Insgesamt starben dort bis zu 250.000 Menschen.
Im Rahmen der "Aktion Reinhardt" wurden zunächst vor allem polnische Juden in den Gaskammern von Sobibor ermordet, später auch Juden aus Deutschland, Frankreich, Tschechien, der Slowakei und den Niederlanden.
Zum Lagerpersonal gehörten etwa 30 SS-Männer. Als Wach- und Sicherheitspersonal wurden in Sobibor auch 90 bis 120 "Trawniki" eingesetzt. Zu diesen meist osteuropäischen "Hilfswilligen" soll auch der Ukrainer John Demjanjuk gehört haben.
Bei einem Häftlingsaufstand im Oktober 1943 konnten rund 300 Gefangene in umliegende Wälder fliehen. Die meisten wurden später getötet, nur 64 überlebten Krieg und Holocaust. Nach der Niederschlagung des Aufstandes ermordeten die Nazis die verbliebenen Häftlinge und zerstörten bis Ende 1943 das Lager. Heute erinnern in Sobibor ein Museum und eine Gedenkstätte an das Grauen.
Elf SS-Männer aus Sobibor standen von September 1965 bis Dezember 1966 in Hagen (Westfalen) vor Gericht. Ein Angeklagter beging Selbstmord, einer wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, fünf bekamen Strafen von drei bis acht Jahren und vier wurden freigesprochen.
Lagerkommandant Franz Stangl wurde 1970 zu lebenslanger Haft verurteilt und starb im Gefängnis. (dpa)
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