Ein schwules Paar ist in Malawi zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Als Grund nannte das Gericht in der Hauptstadt Lilongwe "grob unzüchtiges" und "unnatürliches" Verhalten. Die beiden Männer hatten in einer Touristenunterkunft, in der einer der beiden als Koch arbeitete, eine Verlobungszeremonie abgehalten. Ein Unbekannter hatte sie beobachtet und angezeigt.
Homosexualität ist in Malawi wie auch in 36 weiteren afrikanischen Ländern verboten. Lediglich Südafrika erlaubt Gleichgeschlechtlichen zu heiraten. In Uganda soll hingegen über eine Gesetzesvorlage entschieden werden, wonach Homosexuellen im Falle von Vergewaltigung oder sexuellem Kontakt mit gleichgeschlechtlichen Minderjährigen die Todesstrafe droht. Der Vorsitzende des parlamentarischen Rechtskomitees, Stephen Tashyoba, beschwichtigte jedoch, die Gesetzesvorlage habe "keine Priorität" und Uganda wichtigere Fragen zu lösen. Von Nichtregierungsorganisationen heißt es, es gebe keine breite Unterstützung in der Bevölkerung für solch harsche Bestrafung.
In Afrika gilt Homosexualität als "unnormal". Vor dem Gericht in Malawi fanden sich Hunderte Sensationslustige ein. Der Fall war breit diskutiert worden, stieß jedoch kaum auf Verständnis. Die südafrikanische Menschenrechtsorganisation Section 27 demonstrierte vor der malawischen Botschaft in Pretoria. Der Sprecher der Gruppe, Mark Heywood, bezeichnete das Verdikt als "grobe Menschenrechtsverletzung" und forderte die südafrikanische Regierung auf, gegen das Urteil zu protestieren. Viel Aussicht auf Erfolg hat sich Section 27 jedoch nicht, denn sogar der südafrikanische Präsident gab einmal zu, früher "Schwule verprügelt" zu haben, weil Homosexualität nicht Teil seiner Kultur sei.
Die EU verweist auf die von Malawi unterzeichnete UN-Konvention zum Schutz von zivilen und politischen Rechten. Das Land im südlichen Afrika wurde von der EU aufgefordert, seinen Verpflichtungen nachzukommen.
Seit der Festnahme der beiden 33- und 26-jährigen Männer hatte die Gemeinschaft westlicher Geberländer massiven Druck auf Malawis Regierung ausgeübt. Unter anderem gab es ein Gespräch zwischen deutschen Diplomaten und Staatspräsident Bingu wa Mutharika, in dem der Präsident deutlich zu verstehen gab, dass Homosexualität in Afrika abgelehnt wird und im speziellen Fall, aber auch für den Minderheitenschutz allgemein, kein Handlungsbedarf gesehen wird.
Die Anwälte des Paars kündigten Berufung an. Es wird davon ausgegangen, dass das Strafmaß von 14 Jahren noch gesenkt wird.
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