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Honduras: Angst vor Blutvergießen

Die Konfliktparteien zeigen sich unnachgiebig in dem lateinamerikanischen Land: Ein Protestmarsch ist geplant - und die Polizei will hart durchgreifen. Der Vermittler Arias warnt vor Blutvergießen.

Tegucigalpa. Honduras droht nach dem Scheitern der Vermittlungsgespräche eine neue Welle der Gewalt. Die Anhänger des vor gut drei Wochen gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya planten für Montag einen Protestmarsch durch die Hauptstadt Tegucigalpa. Zudem riefen sie zu einem zweitägigen Streik gegen Ende der Woche auf. Die international nicht anerkannte Übergangsregierung warnte, sie werde gegen Unruhestifter hart durchgreifen.

Zelaya will am Wochenende einen zweiten Versuch unternehmen, aus dem Exil in Nicaragua nach Honduras zurückzukehren. Davon könne ihn niemand abhalten, sagte er in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters. Seine Anhänger organisierten den Widerstand vor Ort. Zelaya hatte am 5. Juli vergebens versucht, nach Honduras zu reisen. Dabei war bei Auseinandersetzungen seiner Anhänger und Soldaten am Flughafen von Tegucigalpa mindestens ein Mensch getötet worden.

Costa Ricas Präsident und Friedensnobelpreisträger Oscar Arias, der als Vermittler eingeschaltet wurde, warnte nach dem Abbruch der Gespräche vor einem Bürgerkrieg: "Was ist die Alternative zu einem Dialog? Was wird passieren, wenn morgen ein Honduraner auf einen Soldaten schießt und dann ein Soldat auf einen bewaffneten Bürger zielt?" Arias will weiter versuchen, die Rivalen zusammenzubringen.

Mindestens drei Tage lang wolle er sich noch einmal um eine Lösung bemühen, sagte er. Dazu plane er unter anderem Einzelgespräche mit Zelaya und dem Chef der Übergangsregierung, Roberto Micheletti. Zur Lösung der schwersten politischen Krise in Mittelamerika seit Ende des Kalten Kriegs hatte Arias bei den zweitägigen Gesprächen in Costa Rica einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt.

Demnach sollte Zelaya auf den Präsidentenposten zurückkehren, um eine Einheitsregierung unter Beteiligung sämtlicher politischer Kräfte zu bilden. Michelettis Gesandter Carlos Lopez bezeichnete die Vorschläge als inakzeptabel.

Im Gegenzug erklärte Zelayas Vertreterin Rixi Moncada die Vermittlungsgespräche für beendet. Zelaya zeigte sich aber grundsätzlich offen für weitere Verhandlungen. Er rechne jedoch nicht damit, dass auf diesem Wege eine Einigung zustande kommen werde. (rtr)

Datum:  20 | 7 | 2009
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