Tegucigalpa. Der Konflikt in Honduras eskaliert. Bei Zusammenstößen zwischen Anhängern des gestürzten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya und Sicherheitskräften am Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa sind zwei Demonstranten ums Leben gekommen. Zwei weitere Demonstranten seien bei den Auseinandersetzungen am Sonntag (Ortszeit) verletzt worden, teilte die Polizei mit.
Am Flughafen warteten zehntausende Menschen auf die Rückkehr Zelayas - allerdings verweigerten die neuen Machthaber dem gestürzten Präsidenten die Landeerlaubnis.
Hochspannung herrschte bereits am Sonntag kurz vor der erwarteten Rückkehr des gestürzten Zelaya. Bereits am Sonntagmorgen hatte Außenminister Enrique Ortez mitgeteilt, dass ein Flugzeug mit Zelaya an Bord in Honduras keine Landegenehmigung erteilt werde. "Ich habe angeordnet, das man ihm die Rückkehr nicht erlauben darf, geschehe, was geschehe." Weil sich da schon in der Hauptstadt Tegucigalpa tausende Zelaya-Anhänger versammelten, die ihn am Flughafen begrüßen wollten, wuchs die Angst vor einem Blutbad.
Bereits am Samstag waren um den Flughafen Einheiten der Streitkräfte zusammengezogen worden. Insgesamt 23 Haftbefehle hat die honduranische Justiz seit seinem Sturz gegen Zelaya ausgestellt - unter anderem wegen Hochverrat und Drogenhandel. Am Wochenende schlug sich auch die einflussreiche katholische Kirche auf die Seite der Putschisten und warnte den Entmachteten vor der Rückkehr.
Zelaya hatte nach der Entscheidung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Honduras wegen des Putsches zu suspendieren, bekräftigt, er werde an diesem Sonntag mit befreundeten Präsidenten der Region nach Honduras zurückkehren: "Ich kehre zurück, weil wir Frieden in meinem Land brauchen", sagte er am Sitz der OAS in Washington. Er warf der Interims-Regierung vom Flugzeug aus in Telefonaten mit Fernsehsendern vor, mit Waffen gegen das eigene Volk vorzugehen.
Seine Rückkehr scheiterte jedoch: Zelaya, dessen Maschine über der Hauptstadt Tegucigalpa kreiste, sagte dem venezolanischen Fernsehsender Telesur, die Landung sei wegen Hindernissen auf der Landesbahn unmöglich gewesen. Er selbst werde nach anderen Möglichkeiten suchen, um nach Honduras zurückzukehren. Seine Maschine landete später in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua. Von dort flog er nach San Salvador weiter.
"Es gibt Risiken"
OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza warnte vor einer Zuspitzung. Auch er riet Zelaya, von einer Rückkehr nach Honduras vorerst Abstand zu nehmen. "Es gibt Risiken und es existiert das Risiko, festgenommen zu werden", sagte Insulza in Washington. Doch Zelaya wollte die Gunst der Stunde nutzen, bevor die Proteste in seiner Heimat gegen den Putsch erlahmen.
Am Samstag gingen rund zehntausend Menschen in Tegucigalpa auf die Straße. Bauernverbände und Gewerkschaften versuchen bereits seit Tagen, aus dem Landesinneren Zelaya-Anhänger nach Tegucigalpa zu bringen.
Interims-Präsident Roberto Micheletti teilte zur gleichen Zeit vor der Presse in Tegucigalpa mit, in Nicaragua seien an der Grenze zu Honduras Truppen aufmarschiert. Er forderte die mit Zelaya verbündeten Regierungen von Nicaragua und Venezuela auf, Honduras nicht anzugreifen.
Die honduranische Putschistenregierung zeigte sich hart und sagte sich zudem von der OAS-Charta los. "Es ist besser, diesen hohen Preis zu zahlen (...), als unwürdig zu leben und sich den Forderungen ausländischer Regierungen zu beugen", sagte Übergangspräsident Roberto Micheletti. mit Agenturen
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.