Tegucigalpa/New York. In der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa ist es am Mittwoch erneut zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya gekommen.
Nach offiziell nur teilweise bestätigten Berichten kamen bei Demonstrationen seit der Rückkehr Zelayas nach Honduras am vergangenen Montag zwei Menschen ums Leben. Unterdessen wurde die Ausgangssperre auf unbestimmte Zeit verlängert. Angesichts der Lage kündigten die EU und die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) an, sich wieder stärker vor Ort in die Bemühungen zur Beilegung der Krise einbringen zu wollen und die im Juli aus Honduras abberufenen Botschafter wieder dorthin zurückschicken.
Mit dem Schritt solle Zelayas des Amtes enthobene Regierung unterstützt werden, teilten der spanische Außenminister Miguel Ángel Moratinos und OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza am Mittwochabend (Ortszeit) am Rande der UN-Vollversammlung in New York mit.
Unterdessen kam es in Tegucigalpa am Mittwoch erneut zu Krawallen, als tausende Anhänger Zelayas versuchten, Polizeisperren zu durchbrechen, um zur brasilianischen Botschaft vorzudringen, wo Zelaya seit Anfang der Woche Zuflucht gefunden hat. Die Interimsregierung hatte zuvor die seit Montag geltende Ausgangssperre für einige Stunden ausgesetzt, damit sich die Bevölkerung mit Lebensmitteln eindecken konnte.
Wie die Polizei bestätigte, kam bei den Zusammenstößen zwischen Polizei und Anhängern Zelayas seit Montag ein Mann ums Leben. Ein weiterer Demonstrant soll nach Medienberichten in einem Krankenhaus seinen Schussverletzungen erlegen sein. Mehrere Demonstranten und Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt, einige durch Schüsse.
Vor den Supermärkten und sonstigen Geschäften, wo es teilweise in der Nacht zuvor zu Plünderungen gekommen war, bildeten sich am Mittwoch lange Schlangen. Es kam zu chaotischen Szenen. Die Regierung rief die Menschen zur Ruhe auf und bat sie, keine Hamster- oder Panikkäufe zu tätigen. Auch vor den Tankstellen warteten die Menschen in langen Schlangen darauf, ihr Fahrzeug volltanken zu können. Am Abend beruhigte sich die Lage wieder.
Bei den Krawallen an den Zufahrten zum Botschaftsviertel Palmira setzte die Polizei Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Später kam es auf dem zentralen Hauptplatz von Tegucigalpa zu weiteren Zusammenstößen. Die von Soldaten unterstützte Polizei nahm Dutzende von Demonstranten fest, teilte deren genaue Zahl aber nicht mit.
Die Demonstranten kündigten an, an diesem Donnerstag erneut auf die Straßen zu gehen. Sie wollten ihren Protest fortsetzen, bis Zelaya die Botschaft Brasiliens verlassen könne und wieder ins Präsidentenamt eingesetzt werde. (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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