Tegucigalpa. Zwei Wochen vor der Präsidentenwahl hat der gestürzte honduranische Staatschef Manuel Zelaya auf die Wiedereinsetzung in sein Amt verzichtet und zugleich angekündigt, die Abstimmung vom 29. November nicht anzuerkennen und anzufechten. "Ich akzeptiere kein Abkommen über eine Rückkehr ins Präsidentenamt, das den Staatsstreich verdeckt", schrieb Zelaya am Samstag in einem Brief an US-Präsident Barack Obama.
Zelaya war am 28. Juni im Morgengrauen aus dem Amt geputscht und nach Costa Rica ins Exil gebracht worden. Seither ist keine Ruhe mehr in Honduras eingekehrt. Zelaya hat immer wieder darauf beharrt, er müsse als rechtmäßiger Staatschef wieder eingesetzt werden, bevor das zentralamerikanische Land zur Normalität zurückkehren kann.
Zelaya, der seit Wochen in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa ausharrt, hat damit ganz offensichtlich jede Hoffnung aufgegeben, noch mal in sein Amt zurückzukehren. Das Ende Oktober zwischen Zelaya und Putschpräsident Roberto Micheletti geschlossene Abkommen zur Lösung der Krise wird von den Umstürzlern boykottiert.
Zelaya warf den Vereinigten Staaten in dem Brief an Obama vor, "ihn im Regen stehen gelassen zu haben". Washington habe seine Haltung verändert und verurteile nicht mehr um jeden Preis den Staatsstreich. "Der US-Regierung ist inzwischen egal, in welchen Konditionen die Wahl am 29. November stattfindet", schrieb Zelaya. "Im Namen Tausender Honduraner werde ich die Wahlen nicht anerkennen", fuhr er fort. Für die Abstimmung in zwei Wochen gilt Porfirio Lobo als Favorit. Der Viehzüchter geht für die Nationale Partei ins Rennen. Er unterlag vor vier Jahren knapp Zelaya.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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