Der honduranische Präsident Manuel Zelaya ist knapp drei Monate nach seinem Sturz wieder nach Honduras zurückgehrt. Er befinde sich in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa, bestätigte Zelaya am Montagmittag (Ortszeit) in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. Er kündigte eine große diplomatische Offensive an, um den politischen Konfikt in seinem Land beizulegen.
Die Putschregierung von Honduras unter dem faktischen Präsidenten Roberto Micheletti verhängte eine landesweite Ausgangssperre. Alle Flughäfen des Landes wurden geschlossen. Micheletti forderte Brasilien auf, Zelaya der Justiz in Honduras zu übergeben. Ein brasilianischer Diplomat teilte in Washington mit, Zelaya sei als "Gast" in der Botschaft in Tegucigalpa. Dorthin sei er "mit eigenen Mitteln" und ohne die Unterstützung Brasiliens gekommen.
Noch in dieser Woche sollte der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, nach Tegucigalpa reisen, um mit der Putschregierung die Rückkehr Zelayas an die Macht zu verhandeln. Für den 29. November sind Präsidentenwahlen terminiert, an denen Zelaya nicht teilnehmen kann. Die Machtübergabe an den neuen Staatschef findet am 27. Januar statt.
Putschpräsident Roberto Micheletti bestritt die Angaben und sprach von Medienterrorismus". Micheletti behauptete, Zelaya halte sich weiterhin in einem Hotel in der nicaraguanischen Hauptstadt Managua auf.
Der linksgerichtete Präsident Zelaya war am 28. Juni mit Waffengewalt aus seinem Amtssitz in Tegucigalpa verschleppt und ins Ausland gebracht worden. Seither hat sich die internationale Gemeinschaft vergeblich bemüht, die Putschregierung zum Einlenken zu bewegen und Zelaya die Rückkehr in seine Heimat zu ermöglichen. Zelaya hatte bisher zwei Mal vergeblich versucht, in seine Heimat zurückzukehren. (mit ddp)
Noch am Vormittag hatte es in ersten Berichten geheißen, Zelaya halte sich in der UN-Vertretung in der Hauptstadt Tegucigalpa auf. Héctor Espinal, Sprecher der Vereinten Nationen, bestritt aber, dass sich Zelaya in einer der Einrichtungen der UNO aufhalte. Zelaya selbst sagte dem honduranischen Fernsehsender 36, er könne keine Details preisgeben, aber er sei in Honduas.
Vor den UN-Erichtungen in Tegucigalpa vesammelten sich nach Angaben des Gewerkschaftsführers Manuel Sosa am Mittag Anhänger Zelayas, um seine Rückkehr zu feiern.
Die Putschregierung wurde offensichtich von Zelayas Rückkehr kalt erwischt. Alle Regierungsmitglieder behaupteten hartnäckig, der Präsident sei nicht im Land. Micheletti hatte immer wieder betont, die Justiz werde Zelaya umgehend festnehmen, sollte er in seine Heimat zurückkehren. Sie wirft ihm die Verletzung der Verfassung vor. Augenzeugen zufolge war es aber am Montagmittag zunächst ruhig. Es gebe keine Militärbewegungen, so wie in den vergangenen Wochen, als Zelayas Rückkehr in die Heimat mehrfach kolportiert wurde.
Erst vor kurzem hatte die US-Regierung ihren Druck auf die Putschregierung in Tegucigalpa verschärft und Micheletti, den Regierungsmitgliedern und auch den Richtern des Obersten Gerichtshofs die Touristen- und Diplomaten-Visa entzogen. Auch die wirtschaftliche Hilfe wurde eingefroren und nur die humanitäre Unterstützung aufrecht gehalten.
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