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27. Oktober 2014

Hooligan-Demonstration in Köln: NRW-Innenminister weist Kritik zurück

Bei den Zusammenstößen zwischen rechtsextremen Demonstranten und der Polizei am Sonntag in Köln wurden zahlreiche Beamte verletzt.  Foto: dpa

Nach den schweren Ausschreitungen in Köln weist NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) Kritik an der Polizei zurück. Die Gewerkschaft der Polizei zeigt sich indes besorgt über eine "äußerst gefährliche Entwicklung".

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Köln –  

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat nach der Eskalation einer Demonstration von Rechtsextremen und Hooligans in Köln Kritik am Einsatz der Polizei zurückgewiesen. «Das Polizeikonzept hat funktioniert», sagte Jäger am Montag im ZDF-Morgenmagazin.

Der Veranstalter hatte ursprünglich 1500 Teilnehmer angemeldet. Weil es aber über 7000 Anmeldungen bei Facebook gab, habe die Polizei mit etwa 4000 Teilnehmern gerechnet, sagte Jäger. «Die Lageeinschätzung war ziemlich präzise.» Die Polizei sei mit starken Kräften vor Ort gewesen und habe konsequent auf Versuche reagiert, die Polizeiketten zu durchbrechen.

«Die Demonstration ist vom Veranstalter abgebrochen worden. Aber die ehemaligen Teilnehmer haben sich geweigert, das Veranstaltungsgelände zu verlassen», sagte Jäger. Die Polizei habe dann - auch unter Einsatz von Pfefferspray und Wasserwerfern - alle zum Hauptbahnhof geleitet. «Das war eine schwierige Situation gestern in Köln», sagte Jäger.

Die Kundgebung in Köln war von einem Funktionär der Anti-Islam-Partei Pro NRW angemeldet worden, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Die «Hooligans gegen Salafisten» sind eine Bewegung, die sich im Internet gebildet hat und sich über soziale Netzwerke organisiert.

Gewerkschaft: Gefährliche Entwicklung

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält den Zusammenschluss von Hooligans und Rechtsextremen wie am Sonntag in Köln für eine äußert gefährliche Entwicklung. «Wenn sich diese Gruppe jetzt verfestigt und noch wächst, dann haben wir aus meiner Sicht eine neue Qualität der Gewalt», sagte der nordrhein-westfälische GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert der Nachrichtenagentur dpa. Es sei erschreckend, welchen Zulauf die sogenannten «Hooligans gegen Salafisten» in den vergangenen Wochen bekommen hätten, sagte Plickert.

Vor einigen Wochen habe die Gruppe noch mit wenigen Dutzend Teilnehmern in Mannheim und Essen demonstriert. In Dortmund kamen Anfang Oktober schon mehr als 300 Teilnehmer, die sich vor allem über soziale Netzwerke im Internet organisierten. «Und jetzt haben wir hier in Köln schon 4500 gehabt», sagte Plickert. «Der Kampf gegen den Salafismus ist nur ein Alibi - man will die Gewalt ausleben.»

Sollte sich das Bündnis in dieser Form festigen, könnten das die Einsatzkräfte der Polizei in NRW parallel zu den ohnehin vielen großen Einsätzen etwa bei Fußballspielen nicht mehr leisten. (dak/dpa)

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