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27. Oktober 2014

Hooligan-Demonstration in Köln: Stolz auf Kölner Gewaltexzess

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Die Demonstration eskalierte - und zwischenzeitlich hatte die Polizei die Situation nicht mehr unter Kontrolle.  Foto: dpa

Aus Hessen sind viele Neonazis extra nach Köln gereist, um Randale zu machen. Auch der Frankfurter NPD-Abgeordnete Jörg Krebs brüstet sich einen Tag später noch damit, bei der extrem gewaltbereiten Demo dabei gewesen zu sein.

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Steinwürfe, Böller, mindestens 44 verletzte Polizisten und Naziparolen wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ – während man in Köln noch bemüht war, die Bilder von der eskalierten Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) zu verdauen, waren einige Hessen von der Gewalt auf der Straße hellauf begeistert. „Noch ist Deutschland nicht verloren! Zusammenhalt ist unsere Stärke!“, tönte es am Montag über den Twitter-Account des Frankfurter NPD-Stadtverordneten Jörg Krebs. „Wir brauchen Köln, wir brauchen HoGeSa auch in Frankfurt, dringend!“

Schon am Sonntag hatte Krebs über den Kurznachrichtendienst immer wieder Kommentare und Fotos von der extrem gewaltbereiten Demonstration verschickt, er machte sich über die Überforderung der Polizei und die linken Gegendemonstranten lustig und brüstete sich geradezu damit, sich unter den rechten Hooligans und militanten Neonazis wohl zu fühlen. Dabei teilte er auch einen unverhohlenen Gewaltaufruf einer hessischen Neonazigruppe, in dem es hieß: „Das Interessanteste bei HoGeSa folgt noch: Abreise der sportlichen Gruppen in alle Richtungen.“

Bekannte Nazikader

Krebs war dabei nicht der einzige Rechte, der offenbar aus Hessen zu der rechtsradikalen Demonstration gefahren war: Filmaufnahmen des Westdeutschen Rundfunks WDR zeigen bekannte Nazikader vom „Freien Netz Hessen“, einer Plattform von militanten Neonazis aus dem Spektrum der Freien Kameradschaften. Vermummt mit schwarzen Tüchern und Sonnenbrillen und mit einem bereits bei vielen Aufmärschen genutzten Transparent hatten sie sich vorne in der Demonstration eingereiht und skandierten einschlägige Nazi-Parolen wie „Frei, sozial und national“ sowie „Hier marschiert der nationale Widerstand.“ Nach FR-Informationen waren unter anderem Neonazis aus Frankfurt und Groß-Gerau in Köln vor Ort.

"Hooligans gegen Salafisten" gelten als gewaltbereit und rechtsradikal.  Foto: dpa

Dass hessische Nazikader sich gemeinsam mit NPD-Politikern an einer gewalttätigen Demonstration von rechten Fußball-Hooligans und anderen Rechtsradikalen beteiligen, kommt nicht gerade überraschend. Vor zwei Wochen hatte bereits ein kleiner Aufzug der „Hooligans gegen Salafisten“ in der Frankfurter Innenstadt stattgefunden, auch an diesem Tag hatten sich Nazis vom Freien Netz Hessen und Mitglieder der NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) beteiligt und Parolen wie „Wir wollen keine Salafistenschweine“ gegrölt.

Reisefreudige Rechtsradikale

Überhaupt ist die hessische Neonaziszene bundesweit gut vernetzt und reisefreudig: Immer wieder nimmt gerade das Freie Netz Hessen an extrem rechten Aufmärschen in Dortmund oder in anderen benachbarten Regionen teil. Als Anfang September der bundesweit bekannte Berliner Nazi-Liedermacher Michael Regener ein klandestin organisiertes Konzert in Hungen-Villingen gab, kamen rund 90 Neonazis aus Hessen und Nordrhein-Westfalen in den kleinen Ort im Landkreis Gießen, um gemeinsam zu feiern. Regener ist Sänger der rechten Kultband „Landser“, die über gute Kontakte in militante Netzwerke wie etwa „Blood and Honour“ verfügt.

Auch hessische Hooligans, die sich seit einiger Zeit unter dem Namen „Reaktion Rhein-Main“ organisieren, zeigten sich erfreut vom Kölner Gewaltexzess: Auf ihrer Facebookseite war am Montag ein Foto von dem rechten Aufmarsch zu lesen, dazu folgender Kommentar: „Ein Volk wacht auf! Köln, Stadt der Freiheit! Grundgesetz statt Scharia!“

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