Ibrahim El-Zayat sieht sich zu Unrecht unter Dauerbeschuss der deutschen Staatsschützer. Sein Geld verdient der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde in Deutschland (IGD) mit Immobiliengeschäften. Er ist Generalbevollmächtigter der "Europäischen Moscheebau- und Unterstützungsgesellschaft", die 600 Moscheen in Europa verwaltet. Mit seiner Firma "Spezial-Liegenschafts-Management" bietet er sich als Projektentwickler an. Er vermittelt Versicherungen und Anlagemöglichkeiten für ausländische Investoren, die mit den religiösen Vorschriften des Islam vereinbar sind.
Das große Netz wirtschaftlicher Verbindungen und seine vielen Funktionen in Islam-Verbänden machen El-Zayats Aktivitäten aus Sicht der Sicherheitsbehörden so brisant. Für persönliche Bekannte wollen Teile der Vorwürfe so gar nicht zu dem passen, wie sie El-Zayat erleben. Seit Jahren fahren er oder seine Frau die gemeinsamen Kinder in eine Montessori-Grundschule in Köln. Im alljährlichen Krippenspiel durften die Schüler problemlos einen - eindeutig christlich geprägten - Weihnachtsengel spielen. Die Eltern nahmen an der Aufführung teil und applaudierten dem Theaterstück über Christi Geburt in Bethlehem. Die El-Zayats engagieren sich mit großem Elan in der Elternpflegschaft, organisieren und begleiten Ausflüge und andere Aktivitäten. Als die langjährige Klassenlehrerin am Ende des Schuljahres 2007/2008 in den Ruhestand ging, moderierte El-Zayat ein rauschendes Abschiedsfest.
Das Islamische Zentrum Frankfurt (IZF) im Stadtteil Griesheim ist eine der Gemeinden, die der IGD angeschlossen sind. Muhamed El-Zayat, der Bruder von Ibrahim El-Zayat, ist im IZF-Vorstand. Das Flachdachgebäude mit Silberkuppel über dem Eingang liegt im Gewerbegebiet, zwischen Bahngleisen, Autowerkstätten und Lagerhallen. Nach und nach treffen dort um die Mittagszeit Männer zum Freitagsgebet ein - Männer, die sagen, dass sie aus Marokko und Ägypten stammen. Männer, die sich alle sehr überrascht zeigen über die Nachricht, dass gegen Ibrahim El-Zayat ermittelt werde. Die Gottesdienstgänger im Alter zwischen 25 und 60 Jahren erklären, keine deutschsprachigen Medien zu nutzen.
Uninformiert sind die Gebetshausbesucher scheinbar auch in anderer Hinsicht: Keiner der Befragten meint zu wissen, dass diese Moscheegemeinde organisatorisch mit der IGD verbunden ist. Verwundert zeigt sich auch Herr Ahmed, wie sich der ältere Mann vom Kiosk im Moscheehof vorstellt. Die El-Zayats seien, versichert er, eine "gute" Familie. Der Mann ist überrascht ob der Nachricht, die er zu hören bekam, aber auch geistesgegenwärtig. Denn kaum hat sich die Reporterin Gottesdienstbesuchern zugewandt, greift er zum Handy und informiert, wie sich dann herausstellt, den Vorstand über den Besuch der Presse. Via Telefon wird dann der Reporterin verboten, Interviews auf dem Gelände zu führen. Und es sei auch nicht erwünscht, dass der Name der Moscheegemeinde in dem Bericht auftauche.
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