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Indien und Georgien: Verletzte bei Anschlägen auf israelische Diplomaten

Bei einem Bombenanschlag auf die israelische Botschaft in Indien sind vier Menschen verletzt worden. In Georgien konnte ein Attentat auf den israelischen Botschafter offenbar verhindert werden. Israels Ministerpräsident Netanjahu will die Schuldigen bereits kennen.

Der Fernsehsender NDTV zeigte Bilder des brennenden Autos vor der israelischen Botschaft in Neu Delhi. Foto: AFP Photo/ NDTV
Neu Delhi –  

Unbekannte haben in Indien und Georgien Bombenanschläge auf israelische Diplomaten verübt. In Neu-Delhi wurden nach Angaben des indischen Innenministeriums vier Menschen verletzt, darunter die Frau des Militärattaches und ihr Fahrer.

In Tiflis konnte die georgische Polizei den Sprengkörper rechtzeitig entschärfen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beschuldigte den Iran und die radikal-islamische Hisbollah, hinter den Anschlägen zu stecken. Die Führung in Teheran wies die Vorwürfe zurück. Bei den Taten handelt es sich möglicherweise um Vergeltungsaktionen für das Israel angelastete Bombenattentat auf den Militärchef der Hisbollah vor vier Jahren in Damaskus.

Ziel der beiden Anschläge waren nach Angaben des israelischen Außenministeriums Autos mit Diplomatenkennzeichen. „Es gab einen versuchten und einen vollendeten Anschlag“, sagte ein Ministeriumssprecher in Jerusalem. Augenzeugen berichteten im indischen Fernsehen, sie hätten zwei Personen auf einem Motorrad beobachtet, die an einer roten Ampel den Sprengsatz auf dem Heck des Fahrzeugs des Attaches platziert hätten.

Das Auto wurde durch die Wucht der Detonation zerstört. Passanten zogen die Diplomatenfrau und den Fahrer aus dem brennenden Wagen. Die Frau wurde wegen Splitterwunden operiert, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Der Explosionsort war nur 500 Meter von der Dienstvilla des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh entfernt.

Der Iran stecke hinter den Anschlägen; das Land sei weltweit der größte Terrorexporteur, sagte Ministerpräsident Netanjahu vor Abgeordneten seiner Likud-Partei. Er zog Parallelen zu zwei im Januar vereitelten Anschlägen in Thailand und Aserbaidschan.

Westerwelle ist empört

Der Iran wies die Vorwürfe als „blanke Lügen“ zurück. Die Islamische Republik verurteile jede Form des Terrorismus und weise „die unwahren Äußerungen eines israelischen Vertreters“ zurück, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den iranischen Botschafter in Neu-Delhi. Israel hatte seine Auslandsvertretungen wegen des vierten Jahrestages des tödlichen Anschlags auf Hisbollah-Militärchef Imad Mughinjeh in Alarmbereitschaft versetzt.

Mughinjeh war am 12. Februar 2008 in Damaskus bei der Explosion einer Autobombe getötet worden. Die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah-Bewegung macht Israel für Mughinjehs Tod verantwortlich und hat Rache geschworen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge. „Wir fühlen uns solidarisch mit unserem Freund und Partner Israel“, erklärte Westerwelle am Rande seines Brasilien-Besuchs. Hinterhältige Anschläge wie die von Neu-Delhi und Tiflis schadeten dem Frieden im Nahen Osten.
(rtr/dpa)

Datum:  13 | 2 | 2012
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