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Politik
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09. Januar 2011

Inhaftierte Reporter im Iran: Springer-Konzern soll sich entschuldigen

Das Passbild - veröffentlicht im iranischen Fernsehen - zeigt einen der beiden inhaftierten deutschen Reporter.  Foto: dpa

Im Fall der inhaftierten deutschen Reporter im Iran regt sich Hoffnung. Medienberichten zufolge zeigt sich Irans Außenminister Ali Akbar Salehi Gesprächsbereit und hat dazu Bundesaußenminister Guido Westerwelle eingeladen.

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Teheran –  
Online-Petition
Protest in Berlin gegen die Steinigung der Iranerin Mohammadi-Ashtiani

Die FR unterstützt den weltweiten Protest gegen die geplante Vollstreckung der Todesstrafe durch den Strang von Sakineh Aschtiani. Täglich präsentieren wir einen Unterzeichner der Internet-Petition, die diesen Verstoß gegen die grundlegenden Menschenrechte verurteilt und die Freilassung fordert. So machen Sie mit:

Hier ONLINE unterzeichnen (auf die grün gefärbten Worte klicken oder www.freesakineh.org (Seite der Organisatoren) im Browser eingeben) oder direkt unter diesem Artikel Ihre Meinung dazu äußern.

Protestieren können Sie auch auf dem Postweg. Richten Sie Ihre Briefe in Persisch, Arabisch, Englisch, Französisch oder Deutsch an den Religionsführer und die oberste Justizautorität im Iran:
Ayatollah Sayed ’Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street - End of Shahid Keshvar Doust Street
Tehran, Iran

Ayatollah Sadegh Larijani
Office of the Head of the Judiciary
Pasteur St., Vali Asr Ave. south of Serah-e Jomhouri
Tehran, Iran

Amnesty International empfiehlt, folgende Forderung zu stellen: „Ich fordere Sie auf, dafür Sorge zu tragen, dass Sakineh Mohammadi Aschtiani nicht durch Steinigung oder auf andere Weise hingerichtet wird. Führen Sie eine umfassende Prüfung ihres Falls durch. Stoppen Sie die Steinigungen, schaffen Sie die Todesstrafe ab, verbieten Sie Prügelstrafen und hören Sie auf, Menschen, die Ehebruch begehen, zu kriminalisieren.“

Im Fall der beiden seit Oktober inhaftierten deutschen Journalisten hat Irans Außenminister Ali Akbar Salehi Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Teheran eingeladen. Salehi erklärte sich laut Magazin Spiegel dazu bereit, über alles zu sprechen, „auch über diesen Fall“.

Westerwelle begrüßte laut Bild am Sonntag die Bereitschaft Irans „den Fall der beiden inhaftierten Journalisten in absehbarer Zeit zu lösen“. Salehi kündigte im Gespräch mit dem Spiegel an, die beiden Reporter „im Einklang mit unserer Gesetzgebung und der im Islam verwurzelten Güte zu behandeln“. Sein Ministerium versuche, „Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die zu Verzögerungen und Schwierigkeiten führen könnten“. Wenn es nach ihm ginge, könnte die Angelegenheit „in Sekunden“ bereinigt werden. Die beiden Reporter hatten versucht, den Sohn der zum Tode verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani zu interviewen.

Salehi sagte dem Spiegel weiter, es könne seiner Ansicht nach hilfreich sein, wenn die Chefredaktion der Bild am Sonntag und der Axel-Springer-Verlag „einräumen würden, einen Fehler gemacht zu haben“. Auch eine Entschuldigung sei angebracht. Der Verlag Axel Springer und die Chefredaktion der Bild am Sonntag begrüßten Salehis Äußerungen. Springer-Aufsichtsrat, Vorstand und Chefredaktion seien „jederzeit bereit, mit Minister Salehi in Teheran oder an einem anderen Ort über alle relevanten Fragen zu sprechen“.

Oppositionelle verurteilt

Am Samstag wurde im Iran eine Journalistin und Menschenrechtsaktivistin laut Opposition zu vier Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Wie die oppositionelle Internetseite Kaleme.com berichtete, wurde die 26-jährige Schiwa Nazar Ahari vom Berufungsgericht in Teheran des „Krieges gegen Gott“ für schuldig befunden. Bereits im September war sie wegen dieses Vergehens und wegen „Verschwörung gegen die Behörden“ zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, das Berufungsgericht milderte die Strafe nun ab und strich einen Anklagepunkt. Nazar Ahari wies sämtliche Anschuldigungen zurück.

Sie war im Juni 2009 bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad festgenommen worden. Zur Zeit befindet sie sich gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß.( afp/dpa)

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