Washington. Präsident Barack Obama hat nationalen Alleingängen der Vereinigten Staaten bei der Lösung internationaler Krisen eine klare Absage erteilt. Er will im Gegenteil mehr denn je auf staatenübergreifende Zusammenarbeit und Diplomatie setzen. "Die Bürden dieses Jahrhunderts (...) können nicht allein auf amerikanischen Schultern getragen werden", sagte Obama am Samstag (Ortszeit) in der Militärakademie West Point (Bundesstaat New York).
Er setzte sich damit erneut entschieden von der unilateralen Politik seines republikanischen Vorgängers George W. Bush ab, die viele Verbündete der USA vor den Kopf gestoßen hatte.
Obama sprach zu Absolventen der renommierten Akademie an der US- Ostküste - acht Jahre, nachdem Bush ebenfalls in West Point unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September seine Präventivkrieg- Strategie bekräftigt hatte. Vor diesem Hintergrund bewerteten US- Zeitungen am Sonntag Obamas Äußerungen als "Blaupause für eine neue Sicherheitsdoktrin", die den Schwerpunkt auf globale Partnerschaften und Amerikas Rolle bei der Förderung demokratischer Werte lege. Er strebe eine neue Weltordnung an, in der die Nationen ihrer gemeinsamen Verantwortung gerecht würden, sagte Obama. Nur so seien die ökologischen, wirtschaftlichen und militärischen Herausforderungen dieser Generation zu bewältigen.
Der Präsident räumte ein, dass sich die USA über die Schwachpunkte "unseres internationalen Systems" im Klaren seien. "Aber Amerika hat keinen Erfolg damit gehabt, aus den Strömungen internationaler Kooperation auszuscheren", erklärte Obama. "Wir haben Erfolg damit gehabt, diese Strömungen in die Richtung von Freiheit und Gerechtigkeit zu lenken - so dass Nationen gedeihen, indem sie ihrer Verantwortung gerecht werden, und mit Konsequenzen konfrontiert werden, wenn sie dies nicht tun." (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
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