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Interview: "Den inneren Frieden herstellen"

Porfirio Lobo, Kandidat der rechtsgerichteten Nationalen Partei, gilt als Favorit

Porfirio Lobo, Kandidat der rechtsgerichteten Nationalen Partei, gilt als Favorit der Wahl in Honduras. Vor vier Jahren unterlag er knapp Zelaya. Klaus Ehringfeld sprach mit dem 61-Jährigen.

Sie machen Wahlkampf in einem Land das im Ausnahmezustand ist, weil zwei Männer seit Monaten die Präsidentschaft für sich reklamieren. Letztlich weiß niemand, ob die Wahl anerkannt wird. Geht es schwieriger?

Das ist sicherlich eine außergewöhnliche Kampagne, eine untypische Kampagne für eine untypische Wahl. Aber die Menschen wollen wählen. Das müssen wir respektieren.

Wäre angesichts der außergewöhnlichen Umstände nicht eine Verlegung der Wahl besser?

Nein, das würde die Probleme des Landes nur vergrößern. Wir müssen den inneren Frieden in Honduras wiederherstellen. Und das geht nur über die Wahl. Es gibt viele Probleme. Vier von fünf Honduranern leben in Armut, 37 Prozent der Bevölkerung sind unterernährt. Aber ich werde die Probleme der Honduraner lösen.

Fast niemand interessiert sich für den Wahlkampf. Es dominiert der Konflikt zwischen den beiden Männern, die die Präsidentschaft reklamieren. War es nun ein Staatsstreich oder ein verfassungsmäßiger Übergang, wie Micheletti behauptet?

Ach, Micheletti und Zelaya ruinieren uns alle noch mit ihrem Durcheinander. Sie sollten sich besser an einen Tisch setzen und die Situation gerecht lösen. Der Job des Präsidenten ist nicht so wichtig, dass er auch nur einen Tropfen Blut eines Honduraners wert ist.

Der aktuelle Konflikt und der Staatsstreich vom 28. Juni dieses Jahres haben sich ja nicht zuletzt an der Präsenz von Venezuelas Präsident Hugo Chávez in Honduras entzündet. In einer Regierung Porfirio Lobo wird Chávez in Honduras keinen Fuß auf den Boden bekommen?

Wir werden sehen müssen, was uns hilft und was uns schadet. Wir legen jedenfalls sehr viel Wert auf die internationale Kooperation. Denn ohne die Hilfe von außen wäre Honduras kaum lebensfähig.

Interview: Klaus Ehringfeld

Datum:  28 | 11 | 2009
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