Herr Böhning, was bleibt für die SPD von diesem Wahlsonntag?
Es war ein guter Wahlsonntag für die SPD. Denn er hat gezeigt, dass Schwarz-Gelb in Deutschland keine Mehrheit mehr hat.
25, 20, zehn Prozent - der SPD genügen solch bescheidene Resultate für einen "guten Wahlabend"?
Die SPD hat zugelegt, gerade in Thüringen. Und wir haben die Möglichkeit, zwei Alleinregierungen der CDU abzuwählen. Was also kann es Schöneres geben?
Plädieren Sie als Vertreter der SPD-Linken für Rot-Rot-Grün in Erfurt und in Saarbrücken?
Ich finde es erst mal gut, dass sich die Linkspartei-Debatte in der SPD entkrampft hat. Ich freue mich, dass wir jetzt in Thüringen und im Saarland das Gespräch mit der Linkspartei suchen können, um auszuloten, ob eine gemeinsame Regierung möglich wird.
Fürchten Sie nicht neue Verkrampfungen in Ihrer Partei, wenn eine 19-Prozent-SPD in Thüringen der deutlich stärkeren Linken zur Macht verhilft?
Es hängt von der Linkspartei ab, ob sie offen ist dafür, einen abgehalfterten CDU-Ministerpräsidenten in Erfurt abzuwählen...
...und selbst auf den Anspruch verzichtet, den neuen Landeschef zu stellen. Wie sollte der Ministerpräsident denn heißen?
In Thüringen wird diese Frage entschieden, darum will ich mich dazu gar nicht äußern.
Welche Lehren sollte die Bundes-SPD aus den Ergebnissen ziehen?
Die Ergebnisse zeigen, dass Angela Merkel mit ihrer Strategie, im Schlafwagen an die Macht zu gelangen, nicht durchkommen wird. Peter Müller und Dieter Althaus haben es so versucht - und sind grandios gescheitert. Wir können in den nächsten vier Wochen nun mit Rückenwind vorangehen, die SPD steht wieder auf dem Platz.
Sollte Frank-Walter Steinmeier nun einen Wahlkampf für Rot-Rot-Grün führen?
Steinmeier muss einen Wahlkampf führen, der offensiv gegen Schwarz-Gelb ausgerichtet ist. Und natürlich darauf, dass die Sozialdemokratie die Mehrheit erringt in Deutschland.
Interview: Steffen Hebestreit
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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