Muss bei einem positiven HIV-Testergebnis sofort mit einer Kombinationstherapie begonnen werden?
Das hängt anfangs, solange ein HIV-Infizierter ohne Symptome ist, hauptsächlich von bestimmten Immunwerten ("CD4-Helferzellen") und auch der Höhe der HI-Viruslast im Blut des Patienten ab. Sind bestimmte Laborwerte unterschritten, ist die Therapie irgendwann ein Muss. Gibt es bereits bestimmte, schwerwiegende Krankheitssymptome, muss sofort mit der Medikation begonnen werden. Eine Reihe von Patienten muss zunächst nur beobachtet werden.
Welche Nebenwirkungen kann diese Therapie haben?
Das hängt davon ab, welche Kombination der inzwischen rund 20 Medikamente gegeben wird. Die wichtigsten Nebenwirkungen, die der Patient gleich selber bemerken kann, sind Übelkeit und Durchfall sowie Hautprobleme und Abgeschlagenheit/Schwäche. Bei Laborkontrollen können Veränderungen im Blutbild und der Leber- oder Nierenwerte auffallen. An Langzeit-Nebenwirkungen sind insbesondere Stoffwechselstörungen im Fettstoffwechsel und im Zuckerstoffwechsel bekannt. Es kann auch zu einer Fettumverteilungsstörung (Lipodystrophie) kommen.
Was passiert bei einer Fettumverteilungsstörung?
Es handelt sich dabei um Fettabbau an den Extremitäten, im Gesicht und am Gesäß, während sich am Bauch Fett ansammeln kann. Dann können sich ein eingefallenes Gesicht und ein Kugelbauch entwickeln. Die aktuellen Literaturangaben zur Häufigkeit dieser ausgesprochenen Langzeit-Nebenwirkung bewegen sich zwischen 30 und 50 Prozent aller Therapierten. Da wir auch viele jüngere Patienten in unserer Praxis betreuen, beobachten wir diese Nebenwirkung bisher seltener.
Die Patienten kommen sehr unterschiedlich mit den Medikamenten zurecht. Warum?
Jeder Mensch ist anders. Das liegt an der individuellen Konstitution, an genetischen Voraussetzungen. Es gibt auch Patienten, die kaum Nebenwirkungen verspüren. Auch sind die modernen Medikamente in den letzten Jahren deutlich verbessert worden bezüglich der Nebenwirkungen und der Einnahmemodalitäten.
Was müssen Patienten bei der Lebensführung beachten?
Das, was ein Arzt eigentlich sowieso jedem sagen sollte, der gesund leben will: Viel frisches Obst und Gemüse, wenig tierisches Fett, möglichst wenig Alkohol, keine Zigaretten, sportliche Betätigung. Für HIV-Patienten ist das besonders wichtig - nicht nur wegen des Immunsystems, sondern auch weil die Medikamente sich negativ auf den Stoffwechsel auswirken können.
Wie oft muss der HIV-Patient zum Arzt gehen?
Das hängt vom Erkrankungsstadium ab. Minimum zweimal im Quartal, um die Virus- und Immunwerte zu beobachten und die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Hier ist etwas mehr an Vorsorge nötig als bei gesunden Menschen. Wenn ein Patient mit einer weit vorangeschrittenen Immunschwäche akut schwerer krank wird, wird die ambulante oder stationäre medizinische Versorgung deutlich engmaschiger.
Interview: Hans-Hermann Kotte
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.